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Lernen: Pheromon fördert das Ortsgedächtnis von Mäusen

Schnuppernde Mäusin

Den Zug zum anderen Geschlecht haben Mäuse im wahrsten Sinn "im Urin". Das darin enthaltene Pheromon Darcin zieht Mäusedamen nicht nur magisch an. Wie Forscher der University of Liverpool zeigen, merken sich die Tiere sogar besonders gut, wo sie den sozialen Botenstoff erschnüffelt haben.

Du riechst so gut | Kehrt eine Maus dorthin zurück, wo sie das Pheromon Darcin gerochen hat, trifft sie oft auf das markierende Männchen. Um sicher zu sein, dass er der Mäuserich ist, an dessen Duft sie sich erinnert, beschnüffelt sie ihn genau.

Jane Hurst und ihre Kollegen setzten weibliche Mäuse in eine Arena, in der eine Schale mit Wasser und eine mit dem Urin eines Mäuserichs standen. Die Tiere zeigten sich begeistert von dem duftenden Sekret und untersuchten es dreimal so lange wie das Wasser. Wurde die Duftquelle entfernt, suchten die Mäuse noch vierzehn Tage später mit Vorliebe den betreffenden Ort auf. Dabei orientierten sie sich nur an optischen Hinweisen wie der Farbe des Bodens oder der Nähe zur Wand.

Das isolierte Pheromon Darcin allein reichte bereits aus, damit die Mäuseweibchen sich an den Ort des Dufterlebnisses erinnerten. Urin ohne das soziale Parfum verfehlte dagegen seine Wirkung.

Die Verknüpfung zwischen Duft und Ortsgedächtnis erlaubt es den Mäusen, schnell dorthin zurück zu finden, wo sie wahrscheinlich auf einen Geschlechtspartner treffen. Hurst und ihre Kollegen mutmaßen, weitere Pheromone könnten für Lernen im sozialen Miteinander wichtig sein.

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