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Raumfahrt: Letztes Bild: Messenger stürzte auf Merkur

Nach zehn Jahren ging eine kleine Ära zu Ende. Die Raumsonde Messenger nahm explosiv auf unserem innersten Planeten Abschied.
Merkur in Farbe

Aktualisierung: Vor ihrem Absturz hat Messenger noch ein letztes Bild von Merkur übermittelt (siehe unten). Es stammt von ihrer Narrow Angle Camera und zeigt einen Teil der Oberfläche mit einem Durchmesser von etwa einem Kilometer und befindet sich im Jokai-Krater, der selbst 93 Kilometer im Durchmesser misst.

Donnerstagnacht um 21.26 Uhr MEZ endete spektakulär ein erfolgreiches Kapitel der Planetenerkundung: Mit einer Geschwindigkeit von 14 000 Kilometern pro Stunde rammte die Raumsonde Messenger "ihren" Merkur, den sie vier Jahre lang umrundet und erkundet hat. Das im Durchmesser nur drei Meter große und beim Start 516 Kilogramm schwere Fluggerät riss wahrscheinlich einen 16 Meter großen Krater in den Boden des Planeten. Es ging in der Nähe des Merkurnordpols in einem Becken namens Shakespeare nieder, nachdem vor knapp einer Woche der letzte Treibstoff verbraucht wurde. Seit dem Start der Sonde sind zehn Jahre vergangen. Während dieser Zeit übermittelte Messenger mehr als 270 000 Bilder und zehn Terabyte an Daten ihrer wissenschaftlichen Messungen – darunter Hinweise auf Wassereis in schattigen Kratern an den Polen und merkwürdige Magneteffekte des Planeten. Bis 10 oder 15 Minuten vor dem Absturz könnte die Sonde noch wissenschaftliche Daten übertragen, hoffen die Missionsleiter. Das Ereignis selbst war dann nicht mehr zu beobachten.

Letztes Merkurbild | Das Bild zeigt die Oberfläche des Jokai-Kraters auf dem Merkur.

Insgesamt hat Messenger ihr Ziel 3000-mal auf einer elliptischen Bahn umkreist – eine Fluglinie, die immer wieder mit gezielten Manövern korrigiert werden musste, damit die Sonde nicht vom Weg abkam. Der dafür nötige Treibstoff fehlt nun jedoch, weshalb Messenger ein letztes Mal den Planeten in einer Höhe zwischen 300 und 600 Metern passierte, bevor sie zerschellte. Dass sie überhaupt den Boden erreicht, verdankt sie Merkurs extrem dünner Atmosphäre: Beim Durchflug entsteht dort verglichen mit der Erde kaum Reibungshitze, die das Flugobjekt verglühen lassen könnte. Deshalb wird Merkur auch jeden Monat mindestens ein- bis zweimal von ähnlich großen Asteroiden getroffen, die jedoch mit der zehnfachen Geschwindigkeit der Sonde einschlagen. Leider geschah der Einschlag auf der erdabgewandten Seite des Planeten, so dass Messenger mit sich rund 1000 ungesehene Bilder an ihrem finalen Landeplatz zerstörte. Ein Platz in den Geschichtsbüchern der Raumfahrt ist ihr dennoch sicher.

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