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Nanotechnologie: Leuchtende Nanoröhren vom Schmutz befreit

Fluoreszierende Nanoröhren aus Kohlenstoff könnten demnächst Einzug in Molekularbiologie und Medizin halten: Tobias Hertel und seine Gruppe von der Vanderbilt-Universität in Nashville konnten die Moleküle in hoher Reinheit und großen Mengen aus Ruß gewinnen. Die winzigen Leuchtkörper versprechen eine Anwendung als Fotomarker in Zellen und Gewebe.

Kohlenstoff-Nanoröhren stellen Verwandte der kugelförmigen Fullerene (Bucky Balls) dar und bestehen wie diese ausschließlich aus Kohlenstoff. Sie sind 100 000 Mal dünner als ein Haar und werden aus Ruß gewonnen. Um Nanoröhren mit bestimmten Materialeigenschaften zu isolieren, lösten die Forscher den Ruß mit einem Detergenz in Wasser und zentrifugierten die Lösung. Dann ließen sie den Molekülen genug Zeit, sich vom Rest der Mischung abzusetzen, bevor sie erneut zentrifugierten. So erhielten sie die leuchtenden Nanoröhren in Form einer rosafarbenen Lösung.

Die gereinigten Kohlenstoff-Röhrchen zeigen eine besonders helle Fluoreszenz, ohne dabei schnell auszubleichen. Sie emittieren Licht im nahen Infrarot des Lichtspektrums – genau dort, wo Zellen und Gewebe besonders transparent sind. Da sie zudem nicht zelltoxisch sind, plant Hertel, sie als Markierung an Biomoleküle zu heften. Hierzu müssen die Wissenschaftler jedoch durch chemische Modifizierung einen Henkel an die Röhren hängen, ohne ihre Fluoreszenz negativ zu beeinflussen. (map)
09.06.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 09.06.2007

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