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News: Leukämiefälle bei Krümmel bleiben mysteriös

Bundesumweltministerin Angela Merkel veröffentlichte Ende November die zweite Studie zu Krebserkrankungen in der Nähe von Atomkraftwerken. Laut Untersuchung sei ein derartiger Zusammenhang nicht festzustellen. Weiter unklar bleiben gehäufte Leukämiefälle in der Umgebung des Reaktors im norddeutschen Krümmel.
Die vorliegende zweite Studie untersuchte 26 Kernkraftwerke auf mögliche radioaktive Expositionen der anwohnenden Bevölkerung. Dabei habe sich gezeigt, so Merkel, daß kein Zusammenhang zwischen Atomkraftwerken (AKW) und Leukämie bestehe. In keinem der betrachteten Fälle konnte eine erhöhte Radioaktivität in Reaktornähe nachgewiesen werden. Erneut belegt die Studie ein vierfach höheres Krebsrisiko für Kinder in der Umgebung des norddeutschen AKW Krümmel. Die Ursache für die insgesamt acht Leukämiefälle bleibt jedoch unklar.

Professor Jörg Michaelis vom Leiter der Studie vom Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation an der Universität Mainz ist ratlos: „Das Phänomen von Krümmel konzentriert sich auf Leukämieerkrankungen”. Die Häufung der Blutkrebsfälle sei sehr auffällig, doch gäbe es trotz intensiver Untersuchung des Sachverhalts durch mehrere Kommissionen bislang keine adäquate Erklärung des Problems. Die naheliegendste Erklärung sei eine zufällige statistische Häufung. In diesem Fall sei jedoch eine Abnahme der Erkrankungen in der Elbmarsch zu erwarten gewesen. Die neue Studie zeige aber sogar eine Zunahme.

Neben erhöhter Strahlung in Reaktorumgebung untersuchte die Studie 23 weitere Risikofaktoren wie beispielsweise Rauchen der Eltern, Alkoholgenuß in der Stillperiode oder stark befahrene Straßen. Trotz einzelner statistischer Tendenzen, so Merkel, seien diese Faktoren statistisch nicht relevant. Es gebe auch andernorts in Deutschland lokal gehäufte Leukämiefälle, jedoch nirgendwo so hoch wie in Krümmel.

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