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Biopsychologie: Lichtmangel verstärkt Depressionsfolgen

Einen Zusammenhang zwischen mangelnder Sonneneinstrahlung und einer Verminderung der kognitiven Fähigkeiten depressiver Menschen, stellten Wissenschaftler um Nalini Sathiakumar fest.

Die Forscher der Universität von Alabama analysierten das Kurzzeitgedächtnis und das planerische Denken von knapp 15 000 US-amerikanischen Probanden mit der Hilfe eines 6-Punkte-Fragebogens. Zudem wurde der Depressionsquotient auf der für diesen Zweck gängigen Skala des Center for Epidemiologic Studies (CES-D) bestimmt. Beim Abgleich mit Wetterdaten der NASA erkannten die Wissenschaftler, dass eine über zwei Wochen verringerte Sonneneinstrahlung die individuellen kognitiven Fähigkeiten der depressiven Teilnehmer einschränkte.

Wie schon frühere Studien ergeben hatten, unterdrückt der suprachiasmatische Nucleus (SCN), ein Teil des Hypothalamus, unter Sonneneinstrahlung die Umwandlung des stimmungsaufhellenden Neurotransmitters Serotonin in das Schlafhormon Melatonin. So reguliert der SCN in Abhängigkeit vom Sonnenlicht den Schlaf-Wach-Rhythmus und bildet ein Uhrwerk unserer inneren Uhr. Durch mangelnde Lichtaufnahme gerät dieses Uhrwerk aus dem Takt, was zu einer saisonal abhängigen Depression (SAD) führen kann. In den Untersuchungen von Sathiakumar und ihren Kollegen zeigte sich nun, dass zudem nicht nur Probanden mit SAD, sondern auch Teilnehmer mit einer psychosozial bedingten Depression betroffen sein können. (ie)

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