Direkt zum Inhalt

News: Liegt Rätsel des ewigen Jungbrunnens in der Bierhefe?

Die biomedizinische Forschung geht heute von der Hypothese aus, daß altersbedingte Schäden an der Zelle entstehen, weil der Sauerstoff nicht mehr richtig 'verstoffwechselt' werden kann. Dafür verantwortlich ist eine Fehlfunktion der Mitochondrien, die die Enzyme für die Atmungskette enthalten. Ein Salzburger Wissenschaftler forscht an Bierhefe nach diesen Alterungsgenen.
Das bei Hefe typische Altern stimmt grundsätzlich nicht mit dem von menschlichen Zellkulturen bzw. dem eines menschlichen Organismus überein. Denn Hefe zeigt einen Alterungsprozeß, der auf die Mutterzelle beschränkt ist. Die Gemeinsamkeiten im Erscheinungsbild sind aber so groß, daß an eine Übertragbarkeit gedacht werden kann. Außerdem ist der Sauerstoff-Metabolismus von Hefe in genetischen Studien sehr leicht manipulierbar. "Wir wollen daher Hefemutanten isolieren, die eine deutlich längere Lebensdauer als der Wildtyp haben, die zugehörigen Gene klonieren und sequenzieren und nach homologen Genen in höheren Organismen suchen", erklärt Michael Breitenbach vom Institut für Genetik und allgemeine Biologie der Universität Salzburg.

Lebensverlängernde Wirkung auf die Zellen haben zum Beispiel Antioxidantien wie Ascorbinsäure, die bei Gesundheitsfreaks in Amerika sehr häufig zu diesem Zweck eingenommen wird. Eine Methode zur Herstellung der Hefe-Mutterzellen, die für die Untersuchungen in größeren Mengen benötigt werden, hat Breitenbach bereits gefunden.

Jetzt sollen verschiedenste Tests Hinweise auf die Altersgene geben. "Was passiert zum Beispiel, wenn wir die Katalasen ausschalten? Sie sind jene Enzyme, die das bei der Gewebsatmung anfallende Zellgift Wasserstoffperoxid in Wasser und Sauerstoff spalten und damit eliminieren", erläutert Breitenbach eine der Proben. "Oder: Welchen Einfluß hat die Zellatmung generell auf das Altern?"

Die Ergebnisse dieser Untersuchung könnten die Altersforschung einen Schritt weiterbringen und gleichzeitig der Krebsforschung behilflich sein, denn die beiden Gebiete sind sehr eng miteinander verbunden. "Es ist schwer zu sagen, ob ein alter Mensch an Altersschwäche oder an einer Krankheit gestorben ist", erklärt Breitenbach die Zusammenhänge. "Das Ziel unserer Forschung ist daher nicht nur eine Lebensverlängerung, sondern ein langes und gesundes Leben zu ermöglichen."

Die biomedizinische Forschung hat dabei bereits einiges geleistet. Heute gibt es schon wesentlich mehr gesunde 80jährige als noch vor zehn Jahren. "Warum aber das menschliche Limit rund 120 Jahre sind, liegt noch im Dunkeln – wie die gesuchten Alterungsgene."

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte