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Bienensterben

Lithium tötet Bienenkiller

Eine Zufallsentdeckung könnte die Zukunft der Honigbiene sichern: Das Metall Lithium scheint gegen ihren gefährlichsten Parasiten zu wirken.
Varroamilbe im Bienenstock

Die Varroamilbe ist einer der Hauptfaktoren hinter dem vermehrten Sterben von Bienenvölkern in den letzten Jahren, das unter anderem unter dem Namen "Colony Collapse Disorder" diskutiert wurde. Nun schlägt ein Team um Bettina Ziegelmann von der Universität Hohenheim ein überraschend einfaches Mittel gegen den Parasiten vor: Wie die Arbeitsgruppe jetzt in "Scientific Reports" berichtet, tötet Lithium die Milben effektiv, wenn man zum Beispiel Lithiumchlorid in geringen Konzentrationen an die Bienen verfüttert. Die Entdeckung verspricht eine neue Behandlungsoption gegen die Milbe – derzeit müssen nahezu alle Bienenstöcke jährlich gegen den Parasiten behandelt werden, und die Auswahl an Insektiziden ist gering.

Wie Ziegelmann berichtet, handelt es sich um eine Zufallsentdeckung: Die Gruppe arbeitete an einem Präparat, das RNA-Interferenz gegen die Milbe nutzen sollte. Der Versuch funktionierte, allerdings wirkte eine Testlösung mit unwirksamer RNA genauso gut. Als Ursache erwies sich, heißt es in der Publikation, das bei der Produktion eingesetzte Lithiumchlorid – gezielte Versuche mit dem Präparat bestätigten den Befund. Insbesondere starben die Milben schneller, je mehr Lithium die Bienen erhielten. Diese Dosis-Wirkungs-Beziehung gilt als wichtiges Indiz dafür, dass der beobachtete Effekt auf eine echte Wirkung zurückgeht. Gleichzeitig zeigte sich bei den behandelten Bienen keine höhere Sterblichkeit als in der Kontrollgruppe. Unklar ist bisher noch, worauf die Wirkung des Metalls beruht. Deshalb wird es bis zum Einsatz von Lithium-Präparaten gegen die Milben noch eine Weile dauern.

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