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News: Litt Präsident Roosevelt nicht unter Kinderlähmung?

Der amerikanische Präsident Franklin Delano Roosevelt (1882-1945) war womöglich nicht an Kinderlähmung erkrankt, vermuten jetzt amerikanische Wissenschaftler. Die Symptome, unter denen der 32. Präsident der Vereinigten Staaten litt, sind nach Ansicht von Armond Goldman von der University of Texas und seinen Kollegen für die durch Viren ausgelöste Kinderlähmung (Poliomyelitis) untypisch; sie entsprechen vielmehr dem seltenen Guillain-Barré-Syndrom, einer bakteriellen Infektion, bei der das Immunsystem die Muskulatur und das Nervensystem angreift.

Die Krankheit brach bei Roosevelt 1921 in seinem 39. Lebensjahr auf. 1932 zum Präsidenten gewählt, führte Roosevelt die USA durch die schwere Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre und forcierte den amerikanischen Kriegseintritt. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs erlag der Präsident am 12. April 1945 seiner Krankheit.

Die eventuell falsche Diagnose Kinderlähmung hat vermutlich die Entwicklung und weltweite Anwendung der Polioschutzimpfung entscheidend gefördert. Heute gelten Europa, Amerika und Australien als poliofrei; in Afrika und Südasien tritt die Krankheit dagegen immer noch auf.

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  • Quellen
Journal of Medical Biography 11: 232–240 (2003)

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