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Türkei: Löwenstatue überdauerte unversehrt drei Jahrtausende

Löwenstatue überdauerte unversehrt drei Jahrtausende
Fast 3000 Jahre alt und vollkommen unbeschädigt: Im Südosten der heutigen Türkei stießen Archäologen auf eine hochwertige Löwenskulptur, die sich erstaunlich gut erhalten hat. Die fast anderthalb Meter hohe Statue trat bei der Freilegung einer monumentalen Toranlage auf dem Burgberg der hethitischen Stadt Kunulua zu Tage, wo sie vermutlich als eine Art Torwächter aufgestellt gewesen war.

Die Statue misst
Die Statue misst … | … rund 1,30 Meter in der Höhe und 1,60 Meter in der Länge. Sie zeigt einen sitzenden Löwen mit weit aufgerissenem Maul. Der außergewöhnlich gute Erhaltungszustand war auch für die Experten überraschend – sämtliche Details an Kopf, Mähne und Klauen des Löwen lassen sich auch nach 3000 Jahren noch deutlich erkennen.
In der Nähe der Fundstelle fand das Team um Timothy Harrison von der University of Toronto auch eine Steinbasis, die möglicherweise eine weitere Löwenfigur getragen hatte. Auf dem Statuensockel selbst ist eine Herrschergestalt dargestellt, die zwei Löwen zu ihren Seiten in die Mähnen greift. Wie Harrison erklärt, handelt es sich um ein sehr altes Bildmotiv, das "die Bezwingung der chaotischen Natur durch die Ordnung der menschlichen Zivilisation versinnbildlicht" – der "Herr der Tiere" wie auch die Löwenfigur symbolisierten die Macht des Königs und sollten ihn als göttlich legitimierten Beschützer seines Volkes wiedergeben.

Um die mächtige Figur
Um die mächtige Figur … | … zu heben, mussten die Archäologen einen Kran einsetzten. Nach der Bergung wurde die Statue ins Archäologische Museum von Antakya gebracht, wo sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll.
Der Torkomplex, so der Archäologe weiter, wurde wohl bei der Eroberung der Stadt durch die Assyrer 738 v. Chr. zerstört und anschließend mit einem heiligen Bezirk überbaut. Offenbar führten die neuen Herren aber die hethitische Tradition fort, Löwenfiguren an Eingängen aufzustellen: Bei früheren Ausgrabungen in den 1930er Jahren kamen an der Schwelle eines assyrischen Tempels löwengestaltige Säulenbasen ans Tageslicht.

Bevor die Assyrer Kunulua einnahmen, residierte hier rund 200 Jahre lang der Herrscher von Patina, einer von mehreren Nachfolgestaaten des hethitischen Großreichs. Letzteres umspannte im 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. ganz Kleinasien, zerfiel aber im Verlauf des 12. Jahrhunderts v. Chr. in mehrere kleine Reiche. Auslöser für den Untergang waren vermutlich Konflikte innerhalb der königlichen Familie sowie der Umstand, dass das Reich auf Grund seiner ungeheuren Größe nicht mehr verwaltet werden konnte.

Katharina Bolle

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