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Mammakarzinom: Luftanhalten für die Brustkrebstherapie

Die natürliche Atembewegung erschwert die Strahlentherapie bei Brustkrebs. Forscher brachten Patienten daher nun bei, fünf Minuten lang die Luft anzuhalten.
Brustuntersuchung

Bei Brustkrebspatienten ist die Strahlentherapie mit einer besonderen Krux verbunden: Das Heben und Senken des Brustkorbes beim Atmen macht es auch bei einem ruhig daliegenden Patienten schwieriger, den Tumor aus verschiedenen Winkeln präzise zu treffen. Dadurch steigt die Gefahr, umliegendes Gewebe zu schädigen. Manche Ärzte bitten die Betroffenen daher bereits, während der Bestrahlung zumindest für einige Sekunden die Luft anzuhalten. Da geht aber noch mehr, sagen nun Wissenschaftler um Mike Parkes von der University of Birmingham: In einem Versuch mit 15 Brustkrebspatienten fanden sie heraus, dass diese sogar lernen können, die Luft auch fünf Minuten am Stück anzuhalten.

Parkes und sein Team brachten ihren Probanden bei, eine entspannte Position einzunehmen und mit maximaler Effektivität ein- und auszuatmen. Zudem reicherten sie ihr Blut mit Extrasauerstoff an. So packten die Teilnehmer locker jene zwei Minuten, die bei der Brustkrebstherapie üblicherweise für die Übermittlung einer einzelnen Strahlendosis benötigt werden. Im Schnitt kamen sie 5,3 Minuten ohne zu atmen aus. "Fünf Minuten die Luft anzuhalten, kommt den meisten Menschen erstaunlich vor", so Parkes. "Aber es ist völlig natürlich und sicher für die Patienten. Genau genommen schafft das sogar jeder." Er weist darauf hin, dass die Probanden die komplette Zeit über genau überwacht worden seien. Wären die Sauerstoffwerte gefallen oder der Blutdruck plötzlich in die Höhe geschnellt, hätten die Forscher den Versuch sofort abbrechen können. Sollte dieses Training eines Tages auch Einzug in die klinische Praxis finden, ließe sich damit möglicherweise die Prognose von Brustkrebspatienten verbessern, hofft das Team.

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