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Schlammvulkan: Lusi kollabiert

Lusi
Der javanesische Schlammvulkan Lusi – der am 29. Mai seinen zweiten Geburtstag hat – kollabiert offensichtlich: Vor Kurzem sank sein Auswurfskrater über Nacht um drei Meter ab, berichten Geologen um Richard Davies von der Durham University.

Lusi im Satellitenbild | Die Ausscheidungen des Schlammvulkans bedecken mittlerweile sieben Quadratkilometer.
Dies war allerdings kein einmaliges Ereignis, wie die Forscher mit Hilfe von GPS-Daten und Satellitenaufnahmen nachweisen: Im ersten Jahr ihrer Existenz gab das Epizentrum der Schlammproduktion bereits um einen halben Meter nach, 2007 sackte es gar um 14,5 Meter nach. Insgesamt könne das gesamte Areal um den Schlammvulkan in den nächsten drei bis zehn Jahren zwischen 44 und 146 Metern einsinken, sollte die Förderung des heißen Erdmaterials in diesem Umfang weitergehen, so Davies. Zum einen bilden sich durch die Eruptionen Hohlräume in der Tiefe, die zusammenbrechen und somit darüberliegende Gesteinsschichten nachrutschen lassen. Zum anderen steigt das Gewicht des betroffenen Gebiets durch den aufliegenden Schlamm.

Große Schäden | 30 000 Menschen mussten wegen Lusi ihre Heimat verlassen, weil giftiger und heißer Schlamm ihre Dörfer geschluckt hat.
Zudem zeige ihre Studie, dass das Watukosek-Faltensystem womöglich durch die Entstehung Lusis wiederbelebt wurde, meinen die Geologen. Denn neben den Absenktendenzen registrierten sie andernorts in der Provinz Sidoarjo aufsteigende Landmassen, was vor Lusi längere Zeit nicht der Fall war.

Lusis Schlamm bedeckt mittlerweile sieben Quadratkilometer Land mit einer Mächtigkeit von bis zu 20 Metern. Mindestens 14 Menschen starben durch die Katastrophe und 30 000 Bewohner mussten evakuiert werden. Mittlerweile sind sich die Wissenschaftler ziemlich sicher, dass fahrlässig durchgeführte Probebohrungen nach Öl und Gas den Vulkan zum Leben erweckt haben. Verschiedene Maßnahmen, die Ausbrüche zu stoppen – etwa durch Versenken von Stahlbetonkugeln –, scheiterten. (dl)

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