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Altes Ägypten: Machte Salbe Hatschepsut krank?

Machte Salbe Hatschepsut krank?
Dreieinhalb Jahrtausende hütete ein ägyptisches Flakon der Königin Hatschepsut ein tödliches Geheimnis. Wie Bonner Wissenschaftler nun herausfanden, befand sich in dem Fläschchen kein Parfüm, sondern eine ölige Lotion, die für die Herrscherin wohl todbringend war: Die Salbe enthielt stark Krebs erregende Substanzen.

Das unscheinbare ... | ... Flakon aus dem Besitz der Pharaonin Hatschepsut barg womöglich eine verhängnisvolle Mixtur: Die ölige Flüssigkeit enthielt eine stark Krebs erregende Substanz.
Vor zwei Jahren entdeckte der Ägyptologe Michael Höveler-Müller das Flakon noch original versiegelt im Depot des Ägyptischen Museums der Universität Bonn. Die anschließende chemische Analyse des eingetrockneten Inhalts ergab, dass dieser aus großen Mengen Palm- und Muskatnussöl, ungesättigten Fettsäuren sowie teerhaltigen Kohlenwasserstoffen bestand.

Wie der Pharmazeut Helmut Wiedenfeld erklärt, deutet die Zusammensetzung darauf hin, dass die Pharaonin die Lösung nicht als Duftwasser, sondern als Heilmittel gegen ein entzündliches Ekzem auftrug. Für Höveler-Müller keine Überraschung: "Tatsächlich ist bekannt, dass es in der Familie von Hatschepsut Fälle von Hauterkrankungen gab."

Doch wurde der Königin das vermeintliche Heilmittel womöglich zum tödlichen Verhängnis: Der hohe Anteil des aus Teer gewonnenen Kohlenwasserstoffs Benzpyren, ein hochgefährlicher Krebs erregender Stoff, könnte sie krank gemacht haben. "Wir wissen schon lange, dass Hatschepsut Krebs hatte und vielleicht sogar daran gestorben ist", so Höveler-Müller.

Die Herrscherin vom Nil verstarb nach 22 Jahren auf dem Thron und wurde im Tal der Könige beigesetzt. Schon kurz nachdem sie die Regierungsgeschäfte ihres unmündigen Stiefsohns Thutmosis III. um 1479 v. Chr. übernommen hatte, ließ sie sich zum Pharao krönen und fortan als Mann darstellen. Vor ihr war es nur Sobekneferu gelungen, für kurze Zeit (1777 – 1773 v. Chr.) als Frau über Ägypten zu herrschen.

Katharina Bolle

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