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Evolution: Madagassische Lemuren hatten nur einen Urahn

Alle heute noch lebenden oder bereits ausgestorbenen Primaten Madagaskars lassen sich anscheinend auf einen einzigen gemeinsamen Vorfahren zurückführen, der die Insel im frühen Tertiär vor etwa 65 Millionen Jahren aus Afrika erreichte.

Dies ergeben vergleichende DNA-Studien von Wissenschaftlern um Anne Yoder von der Yale-Universität. Die Forscher hatten genetisches Material aus neun subfossilen Überresten von vor etwa 2000 Jahren ausgestorbenen Riesenlemuren extrahiert und es mit Proben rezenter Arten verglichen. Anhand von phylogenetischen Untersuchungen ermittelten sie in der Folge hohe Übereinstimmungen zwischen beiden Gruppen.

Bereits zuvor war auf Grund morphologischer Übereinstimmungen gemutmaßt worden, dass die Riesenlemuren, die teilweise die Größe von Gorillas erreichten, und ihre heute noch lebenden kleineren Vettern miteinander verwandt sind und folglich von einem einzigen Vorfahren abstammen. Aus diesem gemeinsamen afrikanischen Urahnen – der die Insel wohl über das Meer erreicht hatte – entwickelten sich demnach die etwa 65 Lemurenspezies der heutigen Zeit, von denen allerdings insgesamt 15 in den letzten 2000 Jahren ausgestorben sind oder ausgerottet wurden.

Trotz dieser Verluste stellen die madagassischen Lemuren immer noch 15 Prozent aller Primatenarten auf nur 0,4 Prozent der Landfläche der Erde. Auch dies macht die Insel zu einem Endemitenzentrum der globalen Artenvielfalt.

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