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Partnerschaft: Männer merken nicht, dass ihre Frauen gerade fruchtbar sind

Verhalten sich junge Männer anders, wenn sich ihre Partnerin in der fruchtbaren Phase ihres Monatszyklus befindet? Eine deutsche Feldstudie hat keine Anzeichen dafür gefunden.
Mann und Frau auf dem Sofa, sie kuschelt, er schläft
Alltag in der Partnerschaft: Sie kuschelt, er schläft. (Symbolbild)

Im Verlauf eines natürlichen Menstruationszyklus ist eine Frau an ungefähr fünf Tagen fruchtbar, kann also schwanger werden. Wenn ein Mann im richtigen Moment zum Zug kommen will, sollte er dann nicht für diese Phase besondere Antennen entwickelt haben? Eine deutsche Feldstudie konnte das nicht bestätigen, wie eine Forschungsgruppe der Georg-August-Universität Göttingen in der Fachzeitschrift »Hormones and Behavior« berichtete.

Das Team um Lara Schleifenbaum und Lars Penke hatte 384 junge Paare angeworben, die in einer monogamen Beziehung lebten und bei denen die Frauen einen regelmäßigen Zyklus hatten. Die Probandinnen und Probanden erhielten lediglich die Information, dass es in der Studie um Gefühle und Bedürfnisse in der Partnerschaft ging. 40 Tage lang bekamen sie täglich eine Aufforderung per E-Mail oder SMS, in einem Onlinetagebuch über sich und ihren Partner beziehungsweise ihre Partnerin Auskunft zu geben.

In der Mitte des Zyklus steigt das Verlangen

Frauen mit einem natürlichen Zyklus, die nicht hormonell verhüteten, fühlten sich zur Zyklusmitte attraktiver als während der übrigen Zeit, und auch ihr sexuelles Verlangen stieg. Die Männer fanden ihre Frauen aber während ihrer fruchtbaren Tage weder attraktiver, noch schenkten sie ihnen mehr Aufmerksamkeit, und sie waren auch nicht eifersüchtiger, weder laut eigener Auskunft noch laut ihren Partnerinnen. Ebenso wenig äußerten sie selbst mehr sexuelles Interesse an ihrer Partnerin oder suchten mehr Kontakt zu ihr. Es gab damit keine Unterschiede zu Paaren mit Frauen, die hormonell verhüteten. »In den fast 25 000 Tagebucheinträgen fanden wir keine überzeugenden Belege dafür, dass Männer den Fruchtbarkeitsstatus ihrer Frauen bemerken oder darauf reagieren«, fassen die Autorinnen und Autoren zusammen.

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