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Psychologie: Männliches und weibliches Schönheitsempfinden

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Menschen, die in Gemälde hinein steigen – das erinnert an Mary Poppins. Doch anscheinend erlebt unser Gehirn tatsächlich einen solchen Fantasiespaziergang, wenn wir ein Bild betrachten und seine Schönheit beurteilen sollen. So jedenfalls zeigte es sich Forschern um Camilo J. Cela-Conde von der Universidad de las Islas Baleares auf Palma de Mallorca, als sie die Gehirne von 20 Probanden mit einem Magnetenzephalografen (MEG) dabei überwachten.

Bei allen Probanden begannen 300 Millisekunden nach dem Anzeigen eines Fotos oder Gemäldes die Neuronen im Scheitellappen, einem Teil des Großhirns, zu feuern. Dieser Bereich ist unter anderem für Motorik und räumliches Vorstellungsvermögen zuständig. Während jedoch bei den weiblichen Teilnehmern beide Hirnhemisphären symmetrisch aktiviert wurden, zeigte das MEG bei den männlichen Probanden vorwiegend Aktivitäten auf der rechten Seite.

Die Forscher sehen darin eine Vorgängerstudie bestätigt, wonach Frauen Objekte in Gedanken eher kategorial anordnen – also ihre Beziehungen zueinander, wie „vor“ oder „über“ feststellen – während Männer eher koordinatenbezogen denken, wobei Abstände zwischen Objekten exakter ermittelt werden. Während ein kategoriales Raumverständnis wohl in der linken Hirnhälfte entsteht, werden Koordinatenbeziehungen eher rechts verarbeitet.

Empfanden Probanden das Bild überdies als schön, so verstärkte dies das MEG-Signal. Es scheint, als stiegen wir umso intensiver in ein Bild hinein, je schöner wir es finden.

Vera Spillner

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