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News: Mais-Schädling vor deutscher Grenze

Ein neuer Schädling im Maisanbau, der Westliche Maiswurzelbohrer Diabrotica virgifera, ist in diesem Jahr in Frankreich in nur vier Kilometer Entfernung von der deutschen Grenze entdeckt worden. Da er ein guter Flieger ist, rechnet die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig für das nächste Jahr mit seinem Auftreten in Deutschland.

Der einen halben Zentimeter große gelb-orange gefärbte Käfer mit drei dunklen Längsstreifen ist in den USA eine der bedeutendsten Maisschädlinge und verursacht Schäden von etwa einer Milliarde Dollar. Diese Summe schließt Kosten für die Bekämpfung mit ein. In Deutschland sind Schäden von 25 Millionen Euro jährlich zu erwarten. Seine natürliche Ausbreitung lässt sich in Europa nicht mehr aufhalten, zumal er auch über große Entfernungen mit Flugzeug, Bahn und möglicherweise sogar LKWs verschleppt wird. Wahrscheinlich wurde er vor mehr als zehn Jahren auch mit dem Flugzeug nach Jugoslawien eingeschleppt.

Im Elsass wurden dieses Jahr groß angelegte Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet, gegen die in der Bevölkerung sehr stark protestiert wurde. Die französischen Pflanzenschutzbehörden erhoffen sich damit eine Verzögerung der weiteren Ausbreitung. Letzte Woche hat das EU-Inspektorat aus Brüssel auf deutscher und französischer Seite Felder kontrolliert, um eine Bestandsaufnahme zu machen und weitere Maßnahmen gegen die Ausbreitung zu planen. EU-einheitliche Maßnahmen wurden erst vor zwei Wochen vom zuständigen Pflanzenschutzausschuss der europäischen Kommission beschlossen. Daran war auch die Biologische Bundesanstalt wesentlich beteiligt. Alle Mitgliedstaaten müssen diese Maßnahmen anwenden, falls der Käfer in ihrem Gebiet neu entdeckt wird, um eine weitere Verbreitung so weit als möglich einzuschränken.

Die Larven des Käfers verursachen großen Schaden an den Maiswurzeln. Sie fressen erst an den zarten Wurzeln, um dann im fortgeschrittenen Alter in die Wurzel einzudringen und sie bei starkem Befall fast völlig zu zerstören. In einigen Feldern sind dann so viele der Pflanzen abgeknickt, dass sich die Ertragsausfälle bis auf 90 Prozent belaufen können. Dabei ist die Bekämpfung eigentlich relativ einfach. Da nur die Eier über den Winter kommen, muss der Landwirt größten Wert darauf legen, dass nicht an aufeinander folgenden Jahren auf den gleichen Feldern Mais angebaut wird. Die Eier überwintern im Boden in einer Tiefe bis zu 30 Zentimetern. Sie schlüpfen im nächsten Frühjahr und schädigen dann die Pflanzen, wenn dort wieder Mais angebaut wird. Der Käfer legt im August etwa 500 bis 1000 Eier in den Boden der Maisfelder.

Schon immer wurden neue Schädlinge und Krankheiten in andere Länder verschleppt, auch weil neue nicht heimische Kulturpflanzen angebaut wurden. Das war so bei der Kartoffel, die vor 200 Jahren in Europa eingeführt wurde. Vor hundert Jahren folgte der Kartoffelkäfer. Und jetzt ist der Mais dran, dessen Anbaufläche sich seit dem 2. Weltkrieg vervielfacht hat. Durch den verstärkten Handel kommen immer häufiger neue Schädlinge zu uns. In den letzten Jahren war es vor allem der Asiatische Laubholzbockkäfer, der zukünftig unseren Wäldern gefährlich werden könnte, zurzeit aber nur in einem Befallsherd in Europa, und zwar in Braunau in Österreich auftritt. Die Rosskastanien-Miniermotte ist ein anderes Beispiel.

Welche Gegenmaßnahmen helfen können, wird heftig diskutiert. Allein die Biologische Bundesanstalt in Braunschweig hat dieses Jahr zwei Tagungen dazu veranstaltet, die letzte erst vergangene Woche mit 120 Teilnehmern aus 55 Ländern, viele aus der Dritten Welt. Der für Quarantänefragen zuständige Wissenschaftler der Biologischen Bundesanstalt Jens-Georg Unger fasst die Situation zusammen: Man könne nicht immer verhindern, dass Schädlinge eingeschleppt werden. Oft lohne es sich aber, wie beim Westlichen Maiswurzelbohrer, die Verbreitung hinauszögern.

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