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Landwirtschaft: Maisschädling erreichte Europa mehrfach

Der aus Nordamerika stammende Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera), der seit den 1990er Jahren auch in Europa zu beobachten ist, wurde mehrfach unabhängig voneinander eingeschleppt. Dementsprechend müssten die Maßnahmen, die eine Invasion des Schädlings verhindern sollen, verschärft werden, fordern Nicholas Miller vom Staatlichen Institut für Agrarforschung in Nizza und seine Kollegen.

Die bisherigen Nachweise des Käfers – erstmals 1992 im früheren Jugoslawien, dann 1998, 2002 und 2003 in Nordost-Italien, 2000 Nordwest-Italien und Schweiz, 2002 und 2004 bei Paris und 2003 in Ost-Frankreich, Schweiz, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien – hatten vermuten lassen, dass er ein einziges Mal in Südosteuropa eingeschleppt wurde und sich von dort ausgebreitet hatte. Als die Forscher aber das Erbgut verschiedener europäischer und nordamerikanischer Populationen miteinander verglichen, entdeckten sie mindestens drei voneinander unabhängige Invasionsereignisse.

Invasionsrouten des Maiswurzelbohrers | Die Einwanderungsrouten des Westlichen Maiswurzelbohrers. Genetischen Analysen zufolge erreichte der Schädling Europa mindestens dreimal unabhängig voneinander.
Das erste brachte den Schädling tatsächlich Anfang der 1990er Jahre nach Südosteuropa. Von dort war er offenbar nach Nordost-Italien vorgestoßen. Davon unabhängig aber war der Käfer direkt aus Nordamerika nach Paris gelangt und von hier nach Ost-Frankreich vorgedrungen. Weitere Neueinwanderer eroberten direkt aus Amerika kommend Nordwest-Italien.

Die Invasion geht daher auf mehrere Ereignisse zurück und ereignet sich womöglich laufend weiter, mahnen die Autoren. Es gelte daher, die Einwanderungsrouten über den Atlantik herauszufinden und dagegen vorzugehen. Immerhin ist der Westliche Maiswurzelbohrer der größte Schädling des Maisanbau in den USA. Sollte er sich hier etablieren, wären die Folgen für die europäische Landwirtschaft kaum abzusehen.

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