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Immunologie: Malaria: Fehlschlag bei Impfstoff-Suche in Mali

Anopheles freeborni
Ein derzeit in Mali getesteter Impfstoff könnte gegen den größten Teil der dort verbreiteten Malaria-Erreger wirkungslos sein. Darauf deuten genetische Untersuchungen hin, die Christopher Plowe von der Maryland-Universität in Baltimore und seine Kollegen gemacht haben.

Drei Jahre lang hatten die Forscher analysiert, wie häufig die einzelnen Typen des gefährlichsten Malaria-Parasiten Plasmodium falciparum auftreten. Dazu hatten sie im Blut von Kindern in Mali nach den verschiedenen Varianten des Erregers gesucht. Wie sie feststellten, enthielten nur 16 Prozent der Proben Infizierter diejenige genetische Version, für den der zur Zeit im Land erprobte Impfstoff entwickelt wurde. Achtzig Prozent der Blutproben enthielten hingegen einen der beiden anderen Erregerstämme.

Insgesamt kann das vom Impfstoff attackierte Oberflächen-Protein des Krankheitserregers an sechs Stellen variieren. Die Häufigkeit der Gen-Varianten ist dabei regional und zeitlich verschieden.

Etwa ein Million Menschen, darunter vorwiegend Kinder, sterben jedes Jahr an Malaria. Überträger der Krankheit ist die Anopheles-Mücke, die nur in tropischen und subtropischen Breiten vorkommt. Der Malaria-Parasit ist mit einem Genom aus 23 Millionen Basenpaaren, verteilt auf 14 Chromosomen, deutlich komplexer als alle anderen Erreger, für die bisher effektive Impfstoffe entwickelt werden konnten. (jpb)

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