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Klimatologie: Malaria-Frühwarnsystem für Botswana entwickelt

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Wissenschaftler der Columbia-Universität in New York haben gemeinsam mit staatlichen Behörden ein Malaria-Frühwarnsystem für Botswana mit einer Vorwarnzeit von fünf Monaten entwickelt. Das Team von Geowissenschaftlern, Klimatologen und Medizinern um Madeleine Thomson kombinierte dafür neueste globale Klimamodelle mit Daten zum Gefährdungspotenzial der Bevölkerung und den gemeldeten Neuerkrankungen.

Das semiaride Klima in Botswana ist von einer Regenzeit zwischen November und Februar geprägt. Nach besonders heftigen Regenzeiten im März steigt das Risiko einer Malaria-Epidemie dramatisch an: Die übertragenden Insekten und damit die Krankheitserreger können sich dann gut ausbreiten. Eine entsprechend zuverlässige Niederschlagsvorhersage kann also die Basis einer effektiven Malaria-Vorsorge sein.

Bisher war bekannt, dass es einen engen Zusammenhang zwischen dem so genannten ENSO-Phänomen (El-Niño-Southern-Oscillation) und dem Eintreten einer Malaria-Epidemie in Botswana gibt. Also bezogen die Wissenschaftler neben aktuellen Niederschlagsdaten auch die globale Wechselwirkung zwischen Atmosphäre und Ozeanen in ihre Modellierungen mit ein und berechneten zuverlässige Niederschlagsprognosen für die Regenzeit bereits im November. Mit Klimadaten aus der Zeit zwischen 1957 und 2001 gefüttert, gaben ihre Computer exakt den Verlauf mehrerer Malaria-Epidemien wieder.

Bei einer Vorwarnzeit von fünf Monaten bliebe ausreichend Zeit, Insektizide und Medikamente noch vor Ausbruch einer Epidemie herzustellen und im Land zu verteilen. Thomsons Team hatte bereits 2005 eine Modellierung vorgeschlagen, die ausschließlich auf Niederschlagsdaten basierte. Bei diesem Versuch erreichten sie jedoch nur eine Vorwarnzeit von einem Monat. Bislang können Malaria-Warnungen in Botswana nur auf Grund der gemeldeten Erkrankungen ausgesprochen werden. Für die vorbeugende Produktion und Verteilung der Malariamittel ist es dann allerdings zu spät.

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