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News: Malariamücken können Menschen riechen

Biologen haben nachgewiesen, daß die Geruchssinneszellen der afrikanischen Malariamücke Anopheles gambiae besonders empfindlich für die flüchtigen Fettsäuren der menschlichen Haut sind. Die Riechzellen der verwandten Anophelesarten, die sich Rinder als Wirt suchen, reagieren weniger stark auf diese Substanzen. Damit eröffnet sich ein neuer Weg in der Bekämpfung dieser weit verbreiteten gefährlichen Tropenkrankheit.
Die Forscher von der Universität Groningen haben im Rahmen eines Forschungsprojekts der niederländischen Forschungsorganisation NWO entdeckt, daß sich die Mückenarten im Riechvermögen der Sensilla-trichodea-Härchen unterscheiden. Die Riechzellen der mit Vorliebe Menschen stechenden Anopheles gambiae reagieren vergleichsweise am stärksten auf den Alkohol Octenol. Die Octenol- und Fettsäureempfindlichkeit der sowohl Menschen als auch Tiere stechenden Mückenart liegt zwischen der der beiden anderen Arten.

Octenol ist ein Bestandteil des Atems von Wiederkäuern. Flüchtige Fettsäuren sind spezifisch menschliche Gerüche und entstehen beim bakteriellen Abbau von Stoffen in der fettigen Schutzschicht der menschlichen Haut. Dieses sogenannte Sebum bildet sich aus Abscheidungen der Talgdrüsen. Die tierische Haut schützt sich auf andere Weise gegen Austrocknung.

Die starke Vorliebe der Anopheles gambiae für den Menschen macht diese Mückenart zum gefährlichsten Verbreiter der Malaria in Afrika. Wenn man weiß, von welchen Gerüchen sich die Mücken bei der Wirtsfindung leiten lassen, eröffnet sich vielleicht ein Weg, die stechfreudigen Moskitos in die Falle zu locken.

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