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News: Manche Jäger blicken nicht durch

Viele Seetiere verbergen sich dadurch, daß sie fast völlig durchsichtig sind. Im besten Fall sind gerade noch die Augen und vielleicht die letzte Mahlzeit zu erkennen. Diese Methode sollte narrensicher sein, solange etwaige Jäger nicht ihren Geruchssinn einsetzen, um die Beute zu fangen. Aber Wissenschaftler haben nun entdeckt, wie die Verfolger manchen 'Unsichtbaren' doch ein Schnippchen schlagen.
In der Ausgabe von Nature vom 21. Mai 1998 beschreiben Nadav Shadar vom Woods Hole Marine Biology Laboratory und seine Mitarbeiter eine besondere Eigenschaft kleinen Meergetieres, des Zooplanktons: Sie sind "polarisationsaktiv". Das bedeutet, sie reflektieren bestimmte Arten von Licht, was normalerweise nur sichtbar ist, wenn ein Polarisationsfilter genutzt wird.

Das Sonnenlicht ist von Natur aus zu einem Teil polarisiert. Trifft es auf transparente Stoffe, dann werden in den meisten Fällen die Polarisationseigenschaften kaum geändert. Im Zooplankton gibt es aber einige Gewebe, die genau eine solche Veränderung verursachen – zum Beispiel die Muskeln. Für die meisten Tiere ist ein solcher Wechsel nicht wahrnehmbar. Aber einige von ihnen haben Augen, die wie polarisierte Gläser wirken. Dies ist bei Tintenfischen der Fall.

Die Fähigkeit der Tintenfische, das Zooplankton zu erkennen, wird durch die Informationen der Polarisationsmerkmale des Lichts stark verbessert: Die Distanz darf bis zu 70 Prozent höher sein, als wenn die Jäger sich nur auf ihre Augen verlassen müßten. Auch wenn Tiere durchsichtig sind – unsichtbar sind sie eben nicht.

Die Autoren des Berichtes gehen davon aus, daß eine Jagd auf der Grundlage von solchen Informationen bei Plankton-fressenden Fischen und Crustaceen durchaus üblich ist.

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