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News: Mangelnde Datensicherheit trübt Online-Einkaufsfreuden

Das Internet scheint sich langsam, aber sicher als Einkaufsmeile zu etablieren – nicht nur in den Köpfen der Konzernchefs, sondern auch im Bewusstsein der Verbraucher. Im Rahmen der 10. Internet-Studie W3B gab zumindest nur ein verschwindend geringer Prozentsatz (0,3 Prozent) der insgesamt 30.000 befragten deutschsprachigen Surfer an, in den nächsten sechs Monaten überhaupt keinen Einkauf übers Internet zu planen. Mit 55 Prozent wollte mehr als die Hälfte der Befragten bestimmt online shoppen und für 35 Prozent kam dies immerhin in Frage. Äußerst positiv werten die Analysten, dass erfahrene Online-Shopper dieser Einkaufsform offensichtlich treu bleiben wollen. So gaben unter den Intensiv-Käufern 87 Prozent an, dass sie demnächst wieder etwas übers Interent bestellen wollten. Bei den Gelegenheitskäufern waren es 47 Prozent, während unter den Usern ohne WWW-Einkaufserfahrung dies nur elf Prozent ausprobieren wollten.
Obschon die Skepsis der Nutzer abgenommen hat, stehen ungehemmten E-Commerce-Freuden noch einige Hindernisse im Weg. Rund 60 Prozent der Nutzer nannten die Sicherheit des Zahlungsverkehrs als größtes Problem beim Internet-Einkauf. Ein halbes Jahr vorher waren es noch 70 Prozent. So virtuell das neue Einkaufsparadies auch ist, so handfest bleiben daher auch die Zahlungsmittel. Rund 83 Prozent zahlen am liebsten per Rechnung und 32 Prozent per Nachnahme. Aber auch der "bequeme" Zahlungsweg per Kreditkarte findet Anhänger (32 Prozent) – sofern die Daten verschlüsselt übermittelt werden.

Dem Sorgenkind der deutschen Internet-Wirtschaft – den Werbebannern – kann auch diese Studie keine bahnbrechenden Erfolge versprechen. Es sei keine Seltenheit, dass nur ein Prozent der User, die einen bestimmten Werbebanner auf einer Web-Site sehen, diesen auch tatsächlich anklicken. Lediglich 14 Prozent der Online-Nutzer klicken "sehr oft" oder "oft". Ein Drittel hingegen scheint immun gegen das Flimmern und Blinkern zu sein. Diese Nutzer gaben an, gar nicht auf Banner zu klicken. Kleines Trostpflaster: Rund ein Drittel der Banner-Klicker meint, dadurch auf interessanten Sites gelandet zu sein und etwa 30 Prozent haben interessante Produkte kennengelernt, ergab die Studie. Ferner dürfte die Industrie sich darüber freuen, dass insbesondere junge Nutzer unter 20 Jahren über Banner auf WWW-Seiten aufmerksam werden und "Neulinge" unter den Internet-Nutzern häufig sagten, sie seien dadurch auf interessante Produkte gestoßen.

Ansonsten machen sich die Frauen weiter im Internet breit. Deren Anteil liegt bei knapp 26 Prozent, berichtet Fittkau & Maaß. Dies widerspricht allerdings den Ergebnissen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), deren neueste Studie bereits von einem fast 40-prozentigen Anteil spricht. Der Unterschied resultiere aus den unterschiedlichen Erhebungsverfahren der beiden Studien, erklärte Susanne Fittkau von Fittkau & Maaß. Die W3B-Studie finde online statt: die Teilnehmer gelangen über Banner, Popup-Fenster oder persönliche Newsletter zum Fragebogen. Hingegen werden die GfK-Daten telefonisch gesammelt. Damit erreiche man wesentlich mehr Frauen, die nur gelegentlich im Internet surfen, während an der W3B-Studie überwiegend Normal- oder Vielsurfer teilnehmen, sagte Maaß.

Offensichtlich verlagern sich auch die Interessen der Surfer. Während vor zwei Jahren noch über 80 Prozent der Internet-Nutzer das Web auf der Suche nach Neuigkeiten über Computer und Informationstechnologie durchstreiften, sind es heute nur noch rund 68 Prozent, berichtet die Studie. Immer wichtiger werden jetzt Reisen, Musik, Film oder Kultur.

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