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Pädiatrie: Mangelnde Stillfreudigkeit gefährdet Kleinkinder in Entwicklungsländern

In Entwicklungsländern wird zu wenig gestillt, mahnen Mediziner der Weltgesundheitsorganisation WHO. Damit seien die Kinder einem unnötig hohem Risiko für Unterernährung, Lungenentzündung oder durch Trinkwasser übertragene Magen-Darm-Erkrankungen ausgesetzt.

Unter der Leitung von Jeremy Lauer hatten die Ärzte Daten über die Stillfreudigkeit aus 94 Entwicklungsländern zusammengetragen. Dabei zeigte sich, dass nur zwei von fünf Kleinkindern unter sechs Monaten – wie von der WHO empfohlen – ausschließlich mit Muttermilch ernährt werden; fünf Prozent werden sogar überhaupt nicht gestillt. In afrikanischen Ländern beträgt der Anteil der unter sechs Monate alten gestillten Kindern lediglich ein Viertel.

Bei älteren Kindern sinkt die Stillungsrate weiter: Im Alter zwischen sechs und zwölf Monaten werden 14 Prozent der Kinder nicht oder nicht mehr gestillt. Bei ein- bis zweijährigen Kindern müssen fast ein Drittel ganz auf Muttermilch verzichten; in Südamerika und den karibischen Staaten sogar fast zwei Drittel.
02.07.2004

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 02.07.2004

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