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Epidemiologie: Marburg-Virus in afrikanischem Flughund nachgewiesen

Marburg-Virus
Die für Menschen tödlichen Marburg-Viren und Antikörper gegen den Erreger konnten in zahlreichen Individuen von Rousettus aegyptiacus nachgewiesen werden, dem subsaharisch weit verbreiteteten Nilflughund. Dies berichtet ein Team um Eric Leroy vom Centre International de Recherche Médicales de Franceville in Gabun und Jonathan Towner von den Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta nach einer Feldstudie. Mit der Fledermaus ist ein lang gesuchter Reservoirwirt gefunden, in dem das Virus zirkuliert – bislang wurde es nur in Primaten einschließlich des Menschen nachgewiesen.

Die Virologen fingen über 1100 Flughunde (Pteropodidae) und Fledermäuse (Microchiroptera) zehn unterschiedlicher Arten in Höhlen in Gabun und im Westen der Republik Kongo und untersuchten Gewebeproben der Tiere: In vier von 283 Nilflughunden wurde die virale RNA nachgewiesen, in 29 spezifische Antikörper. Die Forscher wollen nun gezielt untersuchen, wie das Virus in der Natur übertragen wird und damit neue Ansatzmöglichkeiten für medizinische Therapien ermitteln.

Die Viruserkrankung trat erstmals 1967 bei Laborangestellten der Behringwerke in Marburg auf, daher der Name. Das bis dahin unbekannte Virus war wahrscheinlich über infizierte Grüne Meerkatzen (Cercopithecus aethiops) aus Uganda in die Labors des hessischen Pharmakonzerns gelangt.

Der bislang größte Ausbruch der Marburg-Viruserkrankung trat in den Jahren 2004 und 2005 in Angola auf, damals starben mehr als dreihundert Menschen. Aktuell liegen Berichte über eine Infektion von Minenarbeitern aus Uganda vor. Krankheitssymptome sind hohes Fieber und Bluten aus den inneren Organen, wobei achtzig bis neunzig Prozent der Infektionen tödlich verlaufen. Bis heute gibt es keine Therapiemöglichkeit für die Erkrankten. (lp)

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