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News: Mars-Roboter: Spirit darf selbstständig fahren, Opportunity geortet

Spirit ist nach fast drei Wochen Pause wieder über den Marsboden gerollt, und zwar zum ersten Mal selbstständig. Der Roboter musste vor allem aufgrund von Speicherproblemen so lange bei Adirondack ausharren – einem Felsen, den er zuletzt untersucht hatte. Nach Beseitigung der Schwierigkeiten hatte Spirit diese Gesteinsuntersuchungen fortgesetzt und unter anderem ein Loch in den Brocken gebohrt. Wie die anschließende Analyse zeigte, ist das Gestein vulkanischen Ursprungs, es handelt sich um Basalt.

Die jüngste Fahrt von Spirit führte 6,37 Meter weit bis zu einem Felsbrocken, den die Wissenschaftler "White Boat" nennen. Im Wesentlichen sollte hierbei die autonome Steuersoftware des Roboters getestet werden. Dem Rover wird dabei nur noch gesagt, wo er hinfahren soll, den besten Weg sucht er sich selbst. Dazu dienen ihm die Daten seiner Stereokameras. Hindernisse muss Spirit erkennen und selbstständig umfahren. Auf diese Weise soll Spirit längere Strecken zurücklegen können, als es mit der Schritt-für-Schritt-Navigation von der Erde aus möglich wäre. Zurzeit bewegt sich der Roboter Richtung Nordosten in Richtung eines Kraters, den die Wissenschaftler "Bonneville" getauft haben.

Auch Opportunity rollte gestern wieder. Der Roboter bewegte sich weitere vier Meter um den Gesteinsaufschluss, der mittlerweile "Opportunity Ledge" heißt. Bilder, die währenddessen entstanden, zeigen unzählige graue runde Einschlüsse in dem geschichteten Gestein, aber auch am Boden. Es zeigen sich verschiedene Stadien, in denen die Einschlüsse offenbar durch Erosion aus dem Gestein freigelegt werden. Steve Squyres von der Cornell University spekuliert, dass die Einschlüsse entstanden sein könnten, als flüssiges Gestein von einem Vulkan oder Meteoriteneinschlag in die Höhe gespritzt ist. Es könnte sich aber auch um Konkretionen handeln, ausgefällte Minerale, als sich Wasser durch das Gestein bewegte.

Keine Spekulation indes ist mittlerweile die genaue Position von Opportunity. Zwar gaben erste Radiosignale bereits kurz nach der Landung eine vorläufige Peilung, und genauere Daten lieferte die Sonde Mars-Odyssey. Aber nun wollen NASA-Experten den Lander sogar als hellen Punkt in einem Krater auf Bildern des Mars Global Surveyor ausgemacht haben. Eine dunklere Stelle könnte der Rover sein. Um sicherzugehen, bedürfte es hier jedoch einer zweiten Aufnahme, nachdem sich der Rover bewegt hat.

Auch über die Landung des Roboters ist nun mehr bekannt: So müssen Winde kurz vor dem Aufsetzen des Landers seinen Kurs noch einmal von Ost nach Nord verändert haben – fast so, als hätte der kleine Krater Lander und Roboter angezogen, erklärt Andrew Johnson. Das Raumfahrzeug hüpfte 26-mal auf dem Marsboden umher und rollte noch einmal gute 200 Meter, bis es schließlich im Krater zum Stehen kam. Justin Maki vom Jet Propulsion Laboratory konnte auf Opportunity-Bildern in der Ferne sogar einen Teil der abgeworfenen hinteren Verkleidung des Landers sowie den Fallschirm erkennen.

Opportunity ist am 25. Januar rund drei Wochen nach seinem Zwilling Spirit in einem kleinen Krater inmitten der marsianischen Meridiani-Ebene gelandet. Seine Position ist 1,95 Grad südliche Breite und 354,47 Grad östliche Länge, fast gegenüber der Landestelle von Spirit bei 14,57 Grad südlicher Breite und 175,47 Grad östlicher Länge.

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