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Mars-Missionen: Mars-Rover lässt die Kupplung kommen

Opportunity von oben
Die Marsmission-Ingenieure der Nasa sind hoffnungsvoll, den in einer Marsdüne festgefahrenen Rover Opportunity bald wieder flott zu bekommen: Das Gefährt legte bis Dienstag dieser Woche schon gut sieben Zentimeter zurück und arbeitet sich langsam aus seiner Malaise heraus.

Festgefahren im Marssand | Ein Mosaik aus verschiedenen Aufnahmen der Opportunity-Navigationskamera zeigt den am 26  April in einer Marsdüne steckengebliebenen Rover von oben. Um das Höhenprofil abzubilden, sind niedrigere Bereiche grünlich sowie Erhebungen rot eingefärbt. Das Dünenhindernis ist rund 30 Zentimeter hoch und zweieinhalb Meter breit.
Laut Auskunft der Weltraumbehörde reagierte Opportunity schon auf die ersten, vorsichtigen Steuerbefehle von der Erde unerwartet positiv, indem sich das Gefährt mit zweieinhalb Radumdrehungen bereits ganze 2,8 Zentimeter vorwärts, 4,8 Millimeter seitwärts und 4,6 Millimeter abwärts buddelte. Bei einer Simulation dieser ersten übermittelten Befehlssequenz an einem in irdischem Marssand-Plagiat feststeckenden Rover-Zwilling hatten dagegen nur die Räder durchgedreht – die Radbewegung sollte zunächst eigentlich nur der Vorbereitung zu späteren Rollversuchen dienen, so die testenden Nasa-Ingenieure.

"Ganz offenbar", so der Leiter des Rover-Teams, Jim Erickson vom Jet Propulsion Laboratory, "haben wir das Problem auf der Erde größer gemacht, als es auf dem Mars tatsächlich ist." Vielleicht sind die Eigenschaften der im irdischen Festfahr-Simulator eingesetzten Marssand-Mixtur – ein nach langem Probieren sorgfältig austariertes Gemisch aus Buddelkastensand, Diatomeenschlamm und Tonmörtelpulver – doch nicht völlig mit dem für Opportunity problematischen Mars-Untergrund zu vergleichen. Möglicherweise wirken sich auch die dünne Atmosphäre und niedrigere Gravitation des Mars auf die Untergrundcharakteristika aus. Denkbar ist beispielsweise, dass der niedrigere Gasdruck auf dem Roten Planeten zu einer schlechteren Durchmischung von Bodenpartikeln und Atmosphärengas führt, wodurch der Untergrund weniger rutschig wird.

Die auf dem zeitweise verhinderten fahrbaren Untersatz montierten Instrumente des Rovers nutzen indes die Gelegenheit zur Fernerkundung der Umgebung und produzieren weiter ohne Hektik Panoramaschnappschüsse von Himmel und Dünen.

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