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News: Marssonde Phoenix: Eishaltiger Marsboden ist klebrig

Eigentlich sollte in diesen Tagen die erste eishaltige Probe des Marsbodens mit dem "Thermal and Evolved Gas Analyzer (TEGA)" analysiert werden. Aber die Eigenschaften des Marsbodens machten diese Pläne zunichte: Das gesammelte Probenmaterial klebte nach dem Ausheben in der Grabschaufel der Sonde fest und ließ sich nicht in den Probenofen einfüllen.
Marssonde Phoenix: Einfüllöffnung von TEGA
Die Entnahme von Bodenproben auf dem Mars stellt sich mehr und mehr als ein schwieriges Geschäft heraus. Diesmal hatten die Forscher des Phoenix-Programms mit großer Sorgfalt eishaltiges Material im Marsboden freigelegt und mit einer speziellen Fräse am Robotergreifarm kleine Stückchen aus der betonharten Schicht herausgebrochen. Auch das Aufsammeln mit der Grabschaufel gelang.

Die Forscher wollten diesmal das gewonnene Material möglichst rasch in einen der acht Probenöfen des TEGA-Geräts bekommen, ohne dass die Sonne eine Chance hatte, das Eis in der Bodenprobe zu sublimieren. Doch leider verhielt sich das Bodenmaterial nicht so wie erwartet, es klebte zusammen und auch an der Schaufel fest. Auch Rüttelversuche ließen nur einige wenige Körnchen auf das Einfüllsieb fallen und im Probenofen selbst kam so gut wie nichts an.

Nun sind die Missionskontrolleure an der Univeristät von Arizona erst einmal am Grübeln, wie sie doch noch an eine wasserhaltige Probe kommen können. So soll bei der nächsten Probennahme darauf geachtet werden, dass das Material beim Rausbrechen mit der Raspel nicht zu sehr durch Reibung aufgeheizt wird und auch in der Schaufel darf es offensichtlich nicht so sehr zusammengedrückt werden, dass es verbacken kann.

Die neuen Versuche sollen in den nächsten Tagen beginnen. Die Mission steht unter starkem Zeitdruck, da mittlerweile schon zwei Drittel der auf 90 Tage angelegten Primärmission verstrichen sind. Die Missionskontrolleure und Forscher sind aber zuversichtlich, dass Phoenix noch 90 weitere Tage durchhalten könnte. Dann aber verschlechtern sich die Beleuchtungsverhältnisse am Nordpol drastisch, da der Herbst anbricht und die Sonne nicht mehr wie derzeit ununterbrochen vom Himmel scheint. Im November 2008 dürfte Phoenix nicht mehr genug Sonnenlicht auffangen, um seine Geräte mit Strom zu versorgen.

Das Wassereis am Marsnordpol ist für die Forscher von Phoenix von besonderem Interesse, da es weitere flüchtige Bestandteile wie Gase, Kohlenwasserstoffe und weitere organische Verbindungen enthalten könnte, die sich bislang auf dem Roten Planeten nicht nachweisen ließen. Organische Verbindungen sind eine Grundvoraussetzung für Leben, wie wir es von der Erde kennen. Sollten sich auch in den "Tiefkühltruhen" der Marspole keine derartigen Stoffe finden, so wäre dies ein starkes Indiz dafür, dass der Mars niemals Leben besaß.

TA

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