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News: Marssonde Phoenix hat Probleme mit Bodenproben

Am 6. Juni ließ der Robotergreifarm von Phoenix Bodenmaterial in den Schacht eines Analyseofens fallen. Allerdings konnten die Missionskontrolleure nicht feststellen, ob auch wirklich Marsboden im Ofen angekommen ist. Nun werden am Boden Strategien ausgearbeitet, um die Analyse noch zu retten.
Blick in die Marswüste am Phoenix-Landeplatz
Am zwölften Marstag nach ihrer Landung am 26. Mai 2008 auf dem Roten Planeten gelang die Probenaufnahme mit dem Robotergreifarm von Phoenix ohne Probleme, wie bei den beiden Testläufen zuvor, wir berichteten. Auch das Hinschwenken zur Einfüllöffnung und das Ablassen des Probenmaterials in die Öffnung des Thermal and Evolved Gas Analyzer TEGA gelang.

Allerdings blieb das Signal aus, welches anzeigt, dass auch wirklich Material im Analysenofen angekommen ist. In der Einfüllöffnung befindet sich ein Sieb mit einer Maschenweite von einem Millimeter, das größere Partikel vom Ofen fernhalten soll. Damit wollten die Forscher verhindern, dass größere Partikel den feinen Trichter verstopfen, der jeweils zu einem der insgesamt acht Analyseöfen von TEGA führt. Den Einfüllvorgang überwacht eine Infrarotlichtschranke, die feststellt, ob Material in den Ofen fällt. Das Signal war jedoch negativ. Nun soll eine Vibrationseinheit das Sieb für rund fünf Minuten in Schwingungen versetzen, in der Hoffnung, dass doch noch Partikel in den Probenofen rutschen.
Marsboden in der Einfüllöffnung des Instruments TEGA auf Phoenix | Am 6. Juni 2008 unternahm die US-Marssonde Phoenix den ersten Versuch, Probenmaterial in einen der acht Analyseöfen des Thermal and Evolved Gas Analyzer TEGA einzufüllen. Leider gelangte dabei kein Material bis in den Ofen, der Marsboden blieb an einem feinmaschigen Sieb in der Einfüllöffnung hängen.


Möglicherweise klumpt das Material des Marsbodens zu fest zusammen und enthält nur wenige Partikel kleiner als einen Millimeter. In Zukunft wollen die Forscher zuerst die Oberfläche des zur Entnahme vorgesehenen Materials mit dem Greifarm zerdrücken, bevor es mit der Grabschaufel aufgenommen wird. Zudem soll das nächste Mal eine kleinere Menge in die Einfüllöffnung hineingeschüttet werden.

Die Analysen von TEGA werden mit großer Spannung erwartet, denn hier könnte sich zeigen, ob es vielleicht organische Moleküle, also Verbindungen von Kohlenstoffatomen mit anderen Atomen, auf dem Mars gibt. Auch interessiert es die Wissenschaftler brennend, ob und wieviel Wasser in Form von Eis in den hohen nördlichen Breiten im Boden steckt.

TA

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