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Schweifstern: Marssonde sichtet Komet ISON

Komet ISON am 29. September 2013 aus Sicht von MROLaden...

Rund 13 Millionen Kilometer trennten die HiRise-Kamera an Bord der US-Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter am 29. September 2013 vom Kometen ISON, als diese ersten Aufnahmen des Schweifsterns vom Mars aus gelangen. Die Bilder zeigen einen eng begrenzten, relativ hellen Lichtfleck, der an einen Stern erinnert, sich aber gegenüber dem Sternenhimmel bewegt. Es ist der Kometenkern, dessen Durchmesser auf etwa fünf Kilometer geschätzt wird. Die Auflösung der HiRise-Bilder beträgt in diesem Abstand etwa 13 Kilometer pro Bildpunkt, die Kamera kann also die Scheibe des Kometenkerns nicht als flächiges Objekt auflösen.

Komet ISON am 29. September 2013 aus Sicht von MROLaden...
Komet ISON am 29. September 2013 aus Sicht von MRO | Einen schwachen Lichtpunkt konnte die HiRise-Kamera an Bord der US-Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter am 29. September 2013 an der vorhergesagten Position des Kometen ISON erkennen. Es ist das Licht des etwa fünf Kilometer großen Kometenkerns, der sich relativ zum Sternenhintergund bewegt.

Nach bisherigen, noch sehr vorläufigen Auswertungen bewegt sich die Helligkeit des Schweifsterns im unteren Bereich der Vorhersagen und deutet auf eine relativ geringe Aktivität des Kometenkerns hin. Auf den Bildern lässt sich die Ausdehnung der Kometenhülle, der Koma, bis in einen Abstand von rund 10 000 Kilometern zum Kern nachweisen. Allerdings wurde die HiRise-Kamera nicht für die Beobachtung von ausgedehnten lichtschwachen Objekten konzipiert, sondern für die im Vergleich dazu sehr helle Marsoberfläche. Somit müssen die Bildauswerter bei der Verarbeitung der Aufnahmen darauf achten, nicht aus Versehen Informationen über die Struktur der Kometenhülle als scheinbares Bildrauschen zu entfernen.

Anfang Oktober nahm der Mars Reconnaissance Orbiter weitere Bilder von ISON auf, als der Schweifstern mit einem Abstand von 11,3 Millionen Kilometern seine dichteste Annäherung an den Roten Planeten durchlief. Diese Aufnahmen sind jedoch noch nicht veröffentlicht und ihre Verarbeitung ist im Gange.

ISON ist übrigens nicht der erste Schweifstern, der von einer Raumsonde im Umlauf um einen Planeten abgelichtet wurde. Diese Ehre gebührt der US-Raumsonde Pioneer Venus Orbiter, die im Jahr 1986 den Kometen Halley bei seiner dichten Annäherung an die Venus im ultravioletten Licht aufnahm. Auf den Aufnahmen, die mit einem sehr einfachen Kamerasystem entstanden, lässt sich die enorme Ausdehnung der Wasserstoffhülle des wohl bekanntesten Kometen überhaupt erkennen.

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  • Quellen
University of Arizona, 6. Oktober 2013

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