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Raumfahrt: Matthias Maurer fliegt im Herbst 2021 zur ISS

Der deutsche Astronaut soll ein halbes Jahr im All bleiben. Seine Mission hat er dem Thema Nachhaltigkeit gewidmet.
Matthias Maurer, ESA-Astronaut

Der deutsche Astronaut Matthias Maurer soll im Herbst 2021 zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Das gab das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bekannt. Maurer soll zusammen mit den NASA-Astronauten Raja Chari und Thomas H. Marshburn ins All starten – an Bord einer von SpaceX entwickelten Crew-Dragon-Kapsel. Der 50-Jährige wird damit der erste Deutsche sein, der das neue Transportsystem von Elon Musks Firma nutzt.

Dass der Deutsche 2021 zur ISS fliegen würde, ist schon seit dem Sommer bekannt. Bereits im Frühjahr 2021 soll der Franzose Thomas Pesquet an Bord einer Crew-Dragon-Kapsel den Außenposten im All besuchen, teilte die ESA vor einigen Monaten mit.

Maurer wird nach aktuellem Plan ein halbes Jahr an Bord der Raumstation verbringen. Seiner Mission hat der promovierte Materialwissenschaftler den Namen »Cosmic Kiss« gegeben. Dieser soll die besondere Bedeutung der Raumstation als Bindeglied zwischen den Bewohnern der Erde und dem Weltall verdeutlichen sowie den Wert der partnerschaftlichen Erkundung des Weltraums mit Blick auf fernere Ziele wie Mond und Mars.

Daneben soll der Name an einen respektvollen und nachhaltigen Umgang mit unserem Heimatplaneten Erde erinnern. Folgerichtig stehen auch manche der Experimente, die Maurer durchführen soll, unter dem Thema Nachhaltigkeit. Unter anderem seien Versuche mit Pflanzensamen geplant sowie Projekte mit Schulklassen zur Erforschung der Klimazonen.

Maurers Flug wird wegen der Corona-Pandemie unter erschwerten Bedingungen stattfinden. Er trage während des Trainings eine Atemschutzmaske und müsse sich noch stärker isolieren, als das Astronauten normalerweise im Vorfeld eines Weltraumflugs tun. Auch die Flug- und Zeitpläne müssten wegen der Pandemie angepasst werden, heißt es beim DLR.

Das Commercial Crew Programm, Anfang 2010 vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama in die Wege geleitet, ist ein völlig neuer Ansatz in Amerikas astronautischer Raumfahrt: Statt wie bislang eigene Raumfahrzeuge zu entwickeln, zu besitzen und zu betreiben, will die US-Weltraumagentur NASA künftig nur noch Kunde sein – und zwar »ein Kunde unter vielen in einem robusten kommerziellen Markt«, wie es NASA-Chef Jim Bridenstine formuliert. Um das zu erreichen, hat die Behörde zwei Raumfahrtunternehmen, SpaceX und Boeing, damit beauftragt, nach deren eigenen Ideen ein Raumschiff für den Transport von Astronautinnen und Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS zu bauen. Als Anschubfinanzierung erhielt SpaceX für die Crew-Dragon-Kapsel knapp drei Milliarden Euro. Boeing bekam sogar 4,4 Milliarden Euro, liegt mit seiner Starliner-Kapsel auf Grund technischer Probleme allerdings zurück. Die NASA erhofft sich von dem Programm deutlich niedrigere Flugpreise. Kosteten Flüge im Spaceshuttle pro Raumfahrer noch gut 150 Millionen Euro, rechnet die NASA für Flüge in SpaceX-Kapseln mit Ausgaben von lediglich 60 Millionen Euro.

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