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Fortpflanzung: Mausmann-Konkurrenz beeinflusst sexuelle Anstrengung

Die gemeine männliche Hausmaus kalkuliert genau, wann sich welche Form der Anstrengung beim Sex lohnt, ermittelten Brian Preston und Paula Stockley von der Universität von Liverpool. Die Forscher hatten Nager bei der Kopulation beobachtet und ausgewertet, ob männliche Tiere ihre Beischlafmechanik in Gegenwart möglicher Konkurrenten um das Weibchen ändern.

Die sei eindeutig der Fall, so die Forscher nach ausgiebiger Analyse von Stoßfrequenz und -häufigkeit, totaler Dauer sowie abgegebener Spermienzahl pro Akt. Tatsächlich reduzierten die Männchen ihre Anstrengungen – genauer, die aus den gemessenen Parametern errechnete, das Weibchen empfänglich machende "Kopulations-Stimulans" – vor der ersten Ejakulation, sobald sie einen männlichen Rivalen rochen, sahen oder hörten.

Offenbar beschleunigten die Tiere den Beischlaf-Vorgang, um in Gegenwart von Rivalen bei den Weibchen sicher zum Zuge kommen zu können, vermuten die Wissenschaftler. Dazu passe ein weiteres Resultat ihrer Studie, nach dem die Ejakulation besonders bei schmächtigeren Tieren in männlicher Gesellschaft zeitlich vorverlagert werde. Kräftigere Männchen dagegen könnten sich auch gegenüber verschärfter Konkurrenz noch durchsetzen, vermuten die Forscher, und daher mehr Ressourcen in die Qualität des Beischlafes legen. Wie bereits bekannt, erhöhen wiederholte, von kurzen Pausen unterbrochene Kopulationsphasen bei weiblichen Nagern die Ausschüttung eines Neurohormons, dass die Schwangerschafts-Wahrscheinlichkeit erhöht.

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