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Mobbingaffäre: Max-Planck-Direktorin tritt zurück

Tania Singer gilt als Koryphäe der Neurowissenschaften. Im August warfen ihr Mitarbeiter öffentlich Machtmissbrauch vor. Nun hat die Max-Planck-Gesellschaft ihre Untersuchung des Falls abgeschlossen.
MPI für Kongitions- und Neurowissenschaften

Die renommierte Neurowissenschaftlerin Tania Singer ist nach Mobbingvorwürfen von ihrem Posten als Direktorin des Leipziger Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften zurückgetreten. Das berichtet das Online-Magazin »Buzzfeed News« mit Verweis auf eine Email der Max-Planck-Gesellschaft. Demnach hat eine von der Forschungsorganisation eingesetzte Untersuchungskommission bei Singer »erhebliches Führungsfehlverhalten« festgestellt.

Im August hatten Berichte im Wissenschaftsmagazin »Science« und in Buzzfeed Singer Machtmissbrauch vorgeworfen. Die Recherchen der Medien stützten sich auf Interviews mit (ehemaligen) Mitarbeitern. Sie berichteten, Singer habe sie schikaniert, massiv unter Druck gesetzt und eine Atmosphäre der Angst erzeugt.

Singer hat die Vorwürfe von Mobbing und Machtmissbrauch im Oktober gegenüber Spektrum.de abgestritten. Sie räumte aber »inadäquate emotionale Kommunikation« ein, wofür sie sich mehrfach entschuldigt habe. Aus ihrer Sicht ist die ganze Geschichte »im allgemeinen und personenunabhängig« eine Folge des erheblichen Drucks in der wissenschaftlichen Leistungsgesellschaft, teilte Singer im Oktober mit.

Die Untersuchungskommission der Max-Planck-Gesellschaft scheint nun zu einem anderen Ergebnis gekommen zu sein. Singer werde ihre Tätigkeit als Wissenschaftlerin künftig ohne Leitungsfunktion außerhalb des Leipziger Instituts in kleinem Rahmen fortsetzen, heißt es. Das solle eine weitere Eskalation des Konflikts vermeiden und allen Beteiligten die Rückkehr zu konzentrierter wissenschaftlicher Arbeit ermöglichen.

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