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News: Medikament lindert Alzheimer

Alzheimer-Patienten, die an Gedächtnisverlust und anderen kognitiven Beeinträchtigungen leiden, können durch Einnahme des Medikaments Donepezil eine Verbesserung ihres Zustands erreichen. Nach einer in der Januarausgabe von Neurology, dem Wissenschaftsmagazin der American Academy of Neurology veröffentlichten Studie verbessert das bereits verfügbare Medikament die Wahrnehmung und Funktionsfähigkeit der Patienten.
Dr. Lawrence T. Friedhoff von der Firma Eisai Inc. in Teaneck, New Jersey sagt: „Obwohl Donepezil nicht die erste Behandlung für Alzheimer ist, ist es die erste Behandlung, die für die meisten Patienten praktikabel ist, wie sich durch den hohen Anteil der Patienten, die diese Studie bis zum Ende durchgehalten haben, gezeigt hat. Die Ergebnisse zeigen, daß sich die kognitiven Fähigkeiten eines Alzheimer-Patienten im Durchschnitt nach einer sechsmonatigen Behandlung mit Donepezil verbessern, während Patienten, die Placebo erhalten, nach sechs Monaten eine verschlechterte Wahrnehmung aufweisen.“ 473 Patienten mit schwachen bis gemäßigt schwerem Alzheimer erhielten über 24 Wochen ein Placebo, 5 mg Donepezil oder 10 mg Donepezil. Durch standardisierte Wahrnehmungstests wurde nachgewiesen, daß bei 80 Prozent der Patienten, die Donepezil erhielten, die Wahrnehmung besser wurde oder zumindest keine Verschlechterung ihrer Fähigkeiten während der Medikamenteneinnahme eintrat. Die 10 mg Dosis hat sich als optimal mit maximalem Nutzen und guter Verträglichkeit erwiesen. Nach einer sechswöchigen Nachbehandlungsperiode, in der jeder Patient ein Placebo erhielt, zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in den Fähigkeiten der verschiedenen Gruppen. Friedhoff warnt deshalb: „Als Donepezil abgesetzt wurde, nahm die kognitive Fähigkeit der Patienten ab und sank auf das gleiche Niveau wie bei Patienten, die mit einem Placebo behandelt wurden. Eine Fortsetzung der Behandlung ist erforderlich, damit der therapeutische Nutzen gewährleistet wird.“

„Alzheimer-Patienten verlieren Gehirnzellen, die Acetylcholin erzeugen, eine Chemikalie, die für die Übertragung von Informationen zwischen den Nervenzellen des Gehirns notwendig ist“, erklärt Friedhoff. „Donepezil blockiert den chemischen Abbau von Acetylcholin und erhöht dadurch die Konzentration der Chemikalie im Gehirn.“

Obwohl einige Patienten über gastrointestinale Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen klagten, vertrug ein hoher Prozentsatz der mit Donepezil behandelten Patienten das Medikament gut. Sieben Prozent der Patienten, die ein Placebo erhielten, sechs Prozent, die 5 mg Donepezil und 17 Prozent, die 10 mg einnahmen, stiegen aufgrund von Nebenwirkungen aus der Studie aus.

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