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Psychologie: Meditation beeinflusst langfristig Hirnaktivität

Langjähriges Meditationstraining führt zu einem verstärkten Auftreten hochfrequenter, synchronisierter Gamma-Wellen in den Meditationsphasen. Diese Wellen im Bereich von 25 bis 70 Hertz treten unter anderem bei erhöhter Aufmerksamkeit auf oder bei Lernprozessen. Der Effekt des mentalen Trainings ist bereits im Ruhezustand vor der Meditation im Enzephalogramm (EEG) zu erkennen.

Antoine Lutz von der Universität von Wisconsin und seine Kollegen hatten acht langjährige Meditationserfahrene, die in Tibet geschult wurden, und zehn Freiwillige, die eine einwöchige Einführung in Meditationstechniken erhalten hatten, vor und während der Meditation mit EEG beobachtet. Die Teilnehmer sollten sich dabei nicht auf einen Gegenstand oder eine Person konzentrieren, sondern einen Zustand erreichen, in dem sie ein liebevolles Wohlwollen und Mitgefühl für ihre gesamte Umwelt entwickeln.

Schon vor der Meditation zeigte sich in den EEGs der Meditationsgeübten ein höherer Anteil von Gamma-Wellen gegenüber niederfrequenten Wellen, die für Ruhephasen des Gehirns typisch sind. Dieses Verhältnis vergrößerte sich während der Meditation weiter, und zwar in Abhängigkeit von der Zahl der Jahre praktizierter Meditation. Außerdem traten die Gamma-Wellen bei den langjährigen Meditaionsanwendern stärker synchronisiert auf. Solche Kopplungen spielen wahrscheinlich eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, einzelne neuronale Prozesse zu geordneten kognitiven Funktionen zusammenzufassen. Dies zeige, dass mentales Training über kurze und auch längere Zeit grundlegende Veränderungen im Gehirn hervorrufen könne, erklären die Autoren.
09.11.2004

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 09.11.2004

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