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Larsen C: Mega-Eisberg zerbröckelt bereits

Kaum hat sich der neue riesige Eisklotz vom Larsen-C-Schelfeis gelöst, zerfällt er bereits. Und auch im Schelfeis selbst wachsen weitere Risse.
Ein Riss geht durch Larsen C (Archivbild aus dem März)

Etwas mehr als eine Woche ist vergangen, seit sich am 11. Juli 2017 der gigantische Eisberg A68 vom Larsen-C-Schelfeis gelöst hat. In der Zwischenzeit hat bereits der Zerfall des Riesen begonnen, der sich mittlerweile 2,5 Kilometer von seinem Abrissort entfernt hat, wie weitere Satellitenaufnahmen zeigen. Die Bewegung auf der Weddell-See setzt das Eis unter Spannung und sorgt für weitere Brüche und Risse – einige kleinere Eisberge haben sich demnach schon vom Mutterberg gelöst. Sie begleiten ihn wie eine kleine Armada, doch je nach Wind und Meeresströmungen könnten sie schneller nach Norden driften und sich dort in wärmeren Gewässern und milderem Klima rasch auflösen. Ein derartiger "Friedhof" der Eisberge befindet sich beispielsweise bei Südgeorgien.

Auch Larsen C verändert sich weiter, das mit dem Abbruch von A68 die kleinste Ausdehnung seit Beginn der Aufzeichnungen aufweist. Laut dem MIDAS-Projekt, dessen Wissenschaftler die Entwicklung des Schelfeises genau beobachten, muss sich nun wieder ein neues stabiles Gleichgewicht einstellen. Zuvor kann es allerdings zu weiteren – kleineren – Abbrüchen kommen. Anzeichen dafür gibt es offenbar, wie die Forscher in ihrem Blog schreiben. Ein anderer Riss breitet sich demnach nordwärts aus und erreicht bald vielleicht ebenfalls die Eiskante. Möglicherweise setzt sich dieser Spalt aber weiter zum Bawden Ice Rise fort, wo sich das Schelfeis über eine Insel hinweg erstreckt. Zusammen mit dem Gipps Ice Rise am Südende verankert er Larsen C. Ein Abreißen an diesem Ende könnte das gesamte Eispaket instabil machen und den endgültigen Zerfall von Larsen C einläuten. Es würden dann das Schicksal der beiden weiter nördlich gelegenen, ehemaligen Schelfeisgebiete Larsen A und B teilen.

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