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Megachile lucifer: Neue »teuflische« Biene entdeckt

Im Südwesten Australiens schwirrt eine bislang unbekannte Biene umher – mit auffälligen Hörnchen auf dem Kopf. Das Merkmal erinnerte die Entdeckerin an einen berühmt-berüchtigten Hornträger.
Eine Nahaufnahme einer kleinen schwarzen Biene, die von oben fotografiert wurde. Die Biene hat einen glänzenden Körper mit feinen Haaren und durchsichtigen Flügeln. Der Kopf zeigt deutlich die Facettenaugen und Fühler. Der Hinterleib ist mit hellen Streifen versehen. Eine Maßstabsleiste in der unteren linken Ecke zeigt 1 mm an. Der Hintergrund ist weiß, was die Details der Biene hervorhebt.
Das auffälligste Merkmal an der neu entdeckten Wildbienenart sind die beiden Hörnchen am Kopf.

Im Bundesstaat Western Australia haben Fachleute eine bislang unbekannte Art der Mörtel- und Blattschneiderbienen entdeckt. Sie benannten die neue Spezies als Megachile (Hackeriapis) lucifer, weil die Weibchen kleine, hörnerartige Fortsätze am Kopf tragen, was den Tieren ein »teuflisches« Aussehen verleihen würde. Über den Neufund berichten Kit Prendergast von der australischen Curtin University und Joshua Campbell vom US Department of Agriculture in Montana im »Journal of Hymenoptera Research«.

Prendergast entdeckte M. lucifer 2019 in der Region Goldfields im Südwesten Australiens, als die Hautflügler Mallee-Eukalypten und vom Aussterben bedrohte Wildblumen der Art Marianthus aquilonarius anflogen, die in dieser Region endemisch sind. Eine Genanalyse ergab, dass es sich bei der Biene um eine neue Art handelte.

Die Idee für den Artnamen kam der Forscherin beim Streamen: »Als ich die Beschreibung für die neue Spezies verfasste, schaute ich gerade die Netflix-Serie ›Lucifer‹, und der Name passte einfach perfekt«, sagt Prendergast in einer Pressemitteilung. Die namengebenden Hörner finden sich jedoch nur bei den weiblichen Tieren. Wofür die ungefähr einen Zentimeter großen Insekten diese Fortsätze brauchen, sei nicht sicher. Andere Spezies der Gattung Megachile (Untergattung: Hackeriapis) tragen ähnliche Stirngebilde, die sie für den Nestbau nutzen, bei der Nahrungssuche einsetzen oder damit Fressfeinde abwehren.

Bislang konnte Prendergast keine Nester ausfindig machen, sie vermutet aber, dass die Wildbiene ähnlich anderen Gattungsgenossen »in vorgefertigten Holzhöhlen nistet und diese mit Harz verschließt«.

Megachile (Hackeriapis) lucifer | Die Biene wird ungefähr einen Zentimeter groß. Nur die Weibchen haben »Hörner«.

Laut Prendergast ist es der erste Neufund einer Biene dieser Gattung seit mehr als 20 Jahren. Das belege, dass noch immer zahlreiche Tierarten unbekannt und unentdeckt seien. Besonders in der Region von Goldfields dränge die Zeit, nach noch unbekannten Insekten zu suchen, da dort auch Bergbau betrieben werde. Nach 2019 habe sie zudem keine weiteren Exemplare der neuen Art ausfindig machen können.

In Australien schwirren mehr als 2000 heimische Bienen umher; laut Prendergast könnten noch circa 500 unentdeckt sein. Die Forscherin hat bereits 2022 eine neue Bienenart entdeckt. Sie nannte sie Leioproctus zephyr – nach ihrem Hund Zephyr.

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  • Quellen
Prendergast, S., Campbell, J. W., Journal of Hymenoptera Research 10.3897/jhr.98.166350, 2025

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