Direkt zum Inhalt

Antimaterie: Mehr Antiwasserstoff herstellen

Wissenschaftler finden einen Weg, das leichteste Antimaterieatom millionenfach effektiver herzustellen.
künstlerische Darstellung einer Teilchenkollision

Australische und britische Forscher haben einen Weg gefunden, Antiwasserstoffatome in wesentlich größeren Mengen herzustellen, als es bisher möglich war. Antiwasserstoff, das leichteste Atom der Antimaterie, ist bei Physikern begehrt für spektroskopische Untersuchungen und hochpräzise Gravitationsmessungen. Anhand von quantenmechanischen Berechnungen fand das Team um Alisher Kadyrov von der Curtin University im westaustralischen Perth heraus, dass eine einfache Anregung einen bisher verwendeten Produktionsprozess um mehrere Größenordnungen effektiver macht. Die Arbeitsgruppe untersuchte, wie ein Antiproton mit dem Positronium interagiert, einem kurzlebigen Zustand aus Positron und Elektron. Wie sich herausstellte, entsteht bei dieser Wechselwirkung der begehrte Antiwasserstoff bis zu millionenfach häufiger, wenn man das Positronium anregt.

Experimente mit den exotischen Antiatomen sollen subtile Unterschiede zur Materie aufzeigen und so möglicherweise Indizien dafür liefern, weshalb das Universum fast ausschließlich aus Materie besteht – obwohl beim Urknall genauso viel Antimaterie entstanden sein sollte. Allerdings lassen sich diese Atome nur schlecht erzeugen, vor allem, wenn sie kalt genug für Experimente sein sollen. Sie entstehen bei Streuprozessen, wie ebenjenem des Antiprotons am Positronium, wobei Antiwasserstoff und ein Elektron entstehen. Allerdings entsteht gerade bei den gewünschten niedrigen Energien nur sehr wenig Antiwasserstoff, weil die Wechselwirkung so selten ist. Kadyrov und seine Arbeitsgruppe fanden jetzt, dass ein angeregter Zustand des Positroniums sich anders verhält als erwartet: Der so genannte Wirkungsquerschnitt erweist sich als weit höher als vermutet – und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass die gewünschte Reaktion stattfindet. Die Forscher suchen nun nach weiteren Anregungszuständen, mit denen sich noch mehr Antiwasserstoff für größere Experimente erzeugen lässt.

Schreiben Sie uns!

1 Beitrag anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnerinhalte