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Medikamente: Mehr Selbstmordgedanken bei Kindern durch Antidepressiva?

Antidepressiva könnten bei Kindern Selbstmordgedanken verstärken und dadurch möglicherweise das Suizidrisiko erhöhen, warnen Wissenschaftler.

Tarek Hammad von der amerikanischen Zulassungsbehörde für Arzneimittel (FDA) und seine Kollegen hatten 24 klinische Studien verglichen, die sich mit den Auswirkungen von Antidepressiva auf Kinder beschäftigen. Die Testreihen umfassten 4 582 junge Patienten, die eines von neun Antidepressiva einnahmen – beispielsweise gegen Depressionen oder Angstzustände.

Keines der Kinder hatte sich tatsächlich umgebracht, und nur eine der Studien hatte ein deutlich erhöhtes Risiko für Selbstmordgedanken aufgezeigt. Rechne man die Daten jedoch hoch, so die Wissenschaftler, könnten Antidepressiva das Selbstmordrisiko bei ein bis drei Prozent der damit behandelten Kinder über das durch ihre Krankheit verursachte Maß hinaus erhöhen.

Mit ihrer Vergleichsstudie reagierten die FDA-Wissenschaftler auf einen zwei Jahre alten Bericht, der auf eine mögliche Verbindung zwischen kindlichen Selbstmordgedanken und dem Wirkstoff Paroxetin hinwies. Damals hatte die FDA Arzneimittelhersteller aufgefordert, ihre Beobachtungsdaten über Paroxetin und acht weitere Wirkstoffe, die depressiven Kindern helfen sollen, offen zu legen.

Jetzt fordert die FDA, entsprechende Warnhinweise auf die Packungsbeilagen zu setzen und Medikamentenführer an die Familien der betroffenen Kinder zu verteilen.

07.03.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 07.03.2006

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