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Europäische Umfrage: Große Mehrheit für Impfungen

Eine Umfrage unter Eltern zeigt, dass die allermeisten das Impfen befürworten. Am größten ist die Zustimmung in Spanien, in Frankreich am geringsten.
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Eine Umfrage in fünf europäischen Ländern zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Eltern das Impfen befürwortet: In Deutschland sind 87 Prozent dafür, ähnliche Werte kommen aus Italien und Großbritannien. Spanien weist den höchsten Zustimmungswert von 94 Prozent auf, und selbst in Frankreich, dem Land mit der geringsten Zustimmung, liegt der Anteil bei 73 Prozent. Die Zahlen basieren auf einer repräsentativen Stichprobe von 1500 Eltern mit Kindern im Alter von 0 bis 35 Monaten (300 pro Land) und sind Teil einer Studie, die Forscher des Universitätsklinikums Grenoble, Frankreich, zusammen mit Kollegen auf dem Europäischen Kongress für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten (ECCMID) jetzt vorstellten.

In allen Ländern sprachen sich mehr als 90 Prozent der Eltern zumindest für die obligatorische Impfung gegen bestimmte Krankheiten aus, etwa gegen Tetanus, Keuchhusten oder Masern. Rund drei Prozent der deutschen Eltern lehnen jedoch jegliche Impfung ab, egal gegen welche Erkrankung. Gleichermaßen stellt sich die Situation in Großbritannien dar, in den anderen Ländern hingegen liegt dieser Anteil bei weniger als einem Prozent. In Deutschland und dem Vereinigten Königreich findet sich zudem der höchste Anteil von Eltern, die gegen eine Pflichtimpfung sind, nämlich 8,7 Prozent beziehungsweise 7,4 Prozent. Diese Werte sind in den anderen Ländern deutlich niedriger: 4 Prozent in Frankreich, 1 Prozent in Italien und 0,8 Prozent in Spanien.

Was das Impfwissen anbelangt, fühlen sich die französischen Eltern am wenigsten gut informiert (77 Prozent). In den anderen Ländern liegen die Werte bei 90 Prozent oder mehr. Das Vertrauen in die Gesundheitsbehörden ist in Spanien am höchsten und in Frankreich am niedrigsten: Fast 90 Prozent der spanischen Eltern bewerteten ihr Vertrauensniveau auf einer 10-Punkte-Skala mit Werten von 7 bis 10, während nur 68 Prozent der französischen Eltern dies taten. Als häufigste Informationsquelle für die Entscheidungsfindung, das eigene Kind impfen zu lassen, nannten die Eltern den Impfstoffhersteller, gefolgt vom Internet – wobei die Websites der Gesundheitsbehörden von allen Ländern am häufigsten konsultiert wurden – und Freunde und Familie.

In den letzten Jahren haben in Europa nicht optimale Durchimpfungsraten zu einem Wiederaufflammen von Krankheiten wie etwa den Masern geführt, die durch Impfung vermeidbar sind. Die zunehmende Impfskepsis ist dafür einer der Hauptgründe. Die Autoren der Umfrage kommen aber nun zu dem Schluss, dass weiterhin die überwiegende Mehrheit dem Impfen positiv gegenübersteht.

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