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Beobachtungstipp: Merkur am Morgenhimmel

Merkur am Morgenhimmel

Nur recht selten lässt sich von Mitteleuropa aus der sonnennächste Planet Merkur am Himmel sichten. Sein stets geringer Abstand zur Sonne und die ungünstige Lage seiner Umlaufbahn lassen nur kurze Gastspiele am Morgen- oder Abendhimmel zu. Im Dezember gibt es nun für rund zehn Tage die Chance, Merkur mit bloßem Auge in der Morgendämmerung zu sichten. Ab dem 17. Dezember geht Merkur gegen 6:30 Uhr MEZ am südöstlichen Horizont auf und zeigt sich etwa 30 Minuten später als gelblicher Lichtpunkt tief am Horizont in einer Höhe von rund vier Grad.

Merkur am Morgenhimmel | Im Dezember 2011 lässt sich der Planet Merkur am Morgenhimmel sichten. Die Grafik zeigt den Himmelsanblick am 22. Dezember um 7 Uhr MEZ. Zu dieser Zeit steht Merkur rund vier Grad über dem südöstlichen Horizont (die feine helblaue Linie) und leuchtet etwa –0,4 mag hell. Rechts von ihm ist die schmale Sichel des abnehmenden Mondes sichtbar, sie kann als Aufsuchhilfe dienen. Rechts oberhalb von Merkur und Mond zeigt sich der Ringplanet Saturn, er leuchtet rund 0,7 mag hell. Die grüne Linie ist die scheinbare Bahn der Sonne am Himmel, die Ekliptik. Die Sonne ist als gelbe Scheibe eingezeichnet, sie steht noch rund zwölf Grad unterhalb des Horizonts.
Zu Beginn seiner Sichtbarkeit leuchtet Merkur mit etwa 0,5 mag, etwa so hell wie der Ringplanet Saturn, der ebenfalls den Morgenhimmel schmückt. Am 21. und 22. Dezember gesellt sich die schmale Sichel des abnehmenden Mondes zu Merkur hinzu und kann als Aufsuchhilfe dienen, siehe beigestelltes Bild. Bis zum 23. Dezember wächst die Helligkeit des Planeten kräftig auf –0,4 mag an, dann geht er wenige Minuten früher auf. Die Periode seiner besten Sichtbarkeit endet aber bereits am 25. Dezember. Danach benötigen Sie zur Sichtung des innersten Planeten einen Feldstecher. Da er nun der Sonne wieder näher rückt, geht er zu Silvester erst um 6:45 Uhr auf, eine Viertelstunde später als zu Beginn der Sichtbarkeit. Dann ist der Morgenhimmel für eine erfolgreiche Beobachtung jedoch bereits zu hell.

Im Teleskop lässt sich von Merkur nur wenig mehr als seine Lichtphase ausmachen, der Planet weist einen scheinbaren Durchmesser von nur etwa sieben Bogensekunden auf. Zudem ist sein Bild durch die starke Luftunruhe in so großer Nähe zum Horizont sehr unscharf und unstetig, so dass es schwerfällt, Details auf seiner winzigen und kontrastarmen Scheibe zu erkennen. Versierten visuellen Beobachtern ist es gelegentlich gelungen, feine Schattierungen auf der Merkuroberfläche zu erkennen, sie ließen sich aber nur schwer tatsächlichen geologischen Strukturen zuordnen.

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