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News: Merkurs langer Schweif

Wie ein Komet zieht der Merkur einen Schweif hinter sich her. Dieser ist weitaus länger als bislang vermutet und wird vor allem durch Teilchenströme aus den hohen Breiten des Planeten gespeist.
Blick auf Merkurs Schweif
Neben kleineren Meteoriten schlagen auf dem Merkur auch solare Photonen und Ionen des Sonnenwinds permanent Partikel aus der Oberfläche heraus und zerstäuben sie. Weil der Planet keine Atmosphäre besitzt, bläst der Strahlungsdruck der Sonne die derart aufgewirbelten Teilchen ungehindert ins All hinaus – und das sogar noch wesentlich weiter als bislang vermutet, wie Astronomen um Jeffrey Baumgardner von der Boston University nun herausgefunden haben.

Mit Teleskopen am Mount Haleakala auf Hawaii und am McDonald Observatory in Texas untersuchten sie die Verteilung des aufgewirbelten Natriums. Dieses Element emittiert in angeregten Zustand sichtbares Licht und verleiht dem Schweif sein charakteristisches Orange.

Während der Beobachtungen variierte die Gestalt des Natriumschweifs stark: In der Spitze reichte er bis zu 2,5 Millionen Kilometer ins All hinaus und war damit etwa 1500-mal länger als der Planetenradius des Merkurs. Bislang war die Länge des kometenähnlichen Schweifs nur auf 40 000 Kilometer geschätzt worden. Auch die Quellen der Teilchenströme konnten die Forscher lokalisieren: Sie lagen zumeist in den hohen Breiten des Merkurs.

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