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Südamerika: Metallverarbeitung noch vor den Inka

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Um das Jahr 1000 n. Chr. – und damit rund 450 Jahre vor dem Aufstieg der Inka – begannen die Menschen in Peru, Kupfer und Silber zu verarbeiten. Das ergab jetzt eine Untersuchung der University of Alberta. Weil erst die Inka und später die Spanier systematisch plünderten, sind heute nur noch wenige Artefakte aus dieser Zeit erhalten. Frühere Schätzungen, besonders über das Ausmaß der Metallverarbeitung, waren entsprechend ungenau.

Colin Cooke und seine Kollegen maßen deshalb in den Sedimenten eines Sees in den zentralperuanischen Anden kleinste Konzentrationen von Metallen, die bei der Erzverhüttung in die Luft gelangen und durch Regen ins Wasser gespült werden.

Einen Anstieg der Metallkonzentrationen im untersuchten Pirhuacocha-See in der Region Morococha – und damit einen Hinweis auf Kupferverarbeitung – beobachteten die Forscher um die erste Jahrtausendwende. Auf etwa den gleichen Zeitpunkt datieren Archäologen den Niedergang des Wari-Reichs, einer einflussreichen vorkolumbischen Kultur in Peru.

Die Beobachtungen decken sich mit den Verhältnissen in Bolivien: Auch dort fanden der Zusammenbruch der dominierenden Tihuanaco-Kultur und der Beginn der Erzverarbeitung zeitgleich statt. Im Unterschied zu Peru wurde dort allerdings hauptsächlich Silber produziert.

Erst als die Inka ihren Einfluss in der Region geltend machten, wurde dieses Metall auch in Peru populärer. Grund dafür könnte eine Kupfer-, beziehungsweise Bronzesteuer sein, die den Peruanern von den Inka auferlegt wurde, vermuten die Forscher.

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