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Himmelskörper: Meteorite enthüllen brutale Geburt unseres Sonnensystems

Meteor
Wir verdanken unsere Existenz wahrscheinlich dem Tod eines gigantischen Sterns vor viereinhalb Milliarden Jahren, berichtet ein Forscherteam um Martin Bizarro vom geologischen Institut der Universität Kopenhagen. Die von ihm ausgehenden Druckwellen verdichteten umliegende interstellare Materiewolken und ermöglichten so die Bildung von neuen Himmelskörpern.

Die Wissenschaftler untersuchten Meteorite, die von uralten Himmelskörpern aus der Frühzeit unseres Sonnensystems stammen. Dabei zeigte sich, dass die ältesten Brocken – sie entstanden innerhalb von einer Million Jahren nach Geburt des Sonnensystems – weniger Nickel-60 enthielten als jüngere Meteorite. Nickel-60, ein Isotop des Nickel-Atoms, bildet sich durch radioaktiven Zerfall von Eisen-60, das im Innern von massereichen Sternen entsteht. Die Ergebnisse zeigen also, dass das Sonnensystem in seiner Startphase weniger Eisen-60 enthielt als zu späteren Zeiten: Etwa eine Million Jahre nach seiner Entstehung muss es von Eisen-60 regelrecht überschüttet worden sein.

Als Ursache hierfür kommt eigentlich nur eine gewaltige stellare Explosion in Frage – eine Supernova. Die Wissenschaftler gehen davon aus, das sich damals mindestens ein extrem massereicher Stern in unserer kosmischen Nachbarschaft befunden hat, der mehr als dreißig Sonnenmassen in sich vereinte. Bevor der stellare Riese explodierte, stieß er einen großen Teil seiner äußeren Hüllen von sich. Die dabei entstehenden Druckwellen pressten benachbarte Gas- und Staubwolken zusammen, die sich anschließend zu Sternen und Planeten verdichteten. Bei dieser Gelegenheit entstand auch unser Sonnensystem. Wenig später explodierte er in einer Supernova und setzte dabei enorme Mengen von eisenhaltigem Staub frei, der das junge Sonnensystem durchdrang. (fs)

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