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News: Meteoritenjagd in Kanada

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Am 20. November wurde über dem westlichen Kanada ein heller Bolide beobachtet. Der Feuerball raste innerhalb von fünf Sekunden über den Himmel und wurde so hell, dass er sichtbare Schatten warf. Die ersten Beobachtungen meldeten Bewohner aus der Stadt Lloydminster, die direkt auf der Grenze der beiden westkanadischen Provinzen Alberta und Saskatchewan liegt. Der Feuerball befand sich dort noch in etwa 80 Kilometer Höhe über dem Erdboden. Die große Helligkeit ist auf die enorme Reibungswärme zurückzuführen, die beim Eintritt des Objekts in der Erdatmosphäre freigesetzt wird.
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Feuerball und zerbrechender Bolide | Die meisten Meteoriten produzierenden Feuerbälle brechen auseinander oder explodieren kurz nach ihrem Eintritt in die Erdatmosphäre. Häufig ziehen die auseinanderstrebenden Fragmente noch eigene Feuerschweife nach sich.


Viele Beobachter konnten eine spektakuläre Abfolge von Explosionen beobachten, bei welchen der eintretende Himmelskörper immer weiter auseinanderbrach. Das etwa zehn Tonnen schwere und wahrscheinlich zwei bis drei Meter große Objekt trat mit einer Geschwindigkeit von 14 Kilometern pro Sekunde unter einem Winkel von 60 Grad in die Erdatmosphäre ein, wie die Auswertung zahlreicher Film- und Videoaufnahmen ergab. Forscher verglichen die Wucht der Explosionen mit der Detonation von rund 300 Tonnen Dynamit.

Aus der für einen Boliden eher langsamen Geschwindigkeit – die rasantesten von ihnen sind rund 70 Kilometer pro Sekunde schnell – und der recht großen Masse schlossen kanadische Meteoritenforscher, dass gute Chance bestehen, Bruchstücke des Himmelskörpers zu finden. Anhand der vielen Videobilder gelang es, eine Region mit einer Fläche von rund 20 Quadratkilometern zu bestimmen, wo Meteoritenfragmente zu finden sein müssten.

Und tatsächlich: Schon am 27. November konnte Alan Hildebrand von der University of Calgary einen Erfolg vermelden. Auf einem zugefrorenen See in der Region Buzzard Coulee in Saskatchewan, 40 Kilometer südlich der Stadt Lloydminster lagen auf dem Eis bis zu faustgroße schwarze Brocken mit der typischen Schmelzkruste frisch gefallener Meteoriten. Noch ist nicht klar, zu welchem Typ diese gehören, denn die mineralogische Untersuchung hat gerade erst begonnen. Am wahrscheinlichsten sind es Steinmeteorite.

Tilmann Althaus

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