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Ökotoxikologie: Methylquecksilber beeinflusst Paarungsverhalten von Ibissen

Schneesichler
Mangelhafte Elternfürsorge oder Tod im Ei sind bislang bekannte Folgen, wenn Vögel dauerhaft Methylquecksilber ausgesetzt sind. Doch das Umweltgift kann den Fortpflanzungserfolg noch auf andere Weise beeinträchtigen: Weißibisse verändern dadurch ihr Paarungsverhalten – unter anderem gibt es deutlich mehr homosexuelle Paare.

Peter Frederick von der University of Florida in Gainesville und Nilmini Jayasena von der University of Peradeniya in Sri Lanka hatten in Gefangenschaft aufgezogene Weißibisse oder Schneesichler (Eudocimus albus) über drei Jahre unterschiedliche Mengen Methylquecksilber mit dem Futter verabreicht. Sie orientierten sich dabei an Konzentrationen, wie sie in der Umwelt verbreitet auftreten.

Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten diese Tiere weniger Engagement bei der Brautwerbung und wurden auch von den Weibchen seltener ausgesucht. Stattdessen fühlten sich häufiger andere Männchen angezogen – ein Verhalten, das bei frei lebenden und von Methylquecksilber nicht betroffenen Schneesichlern bisher nicht beobachtet wurde.

Schneesichler | Ein Schneesichler-Pärchen auf einem Baum: Zu viel Methylquecksilber in der Umwelt schadet ihrem Fortpflanzungserfolg – unter anderem, weil sich mehr homosexuelle Paare zusammentun.
Fast drei Viertel der leer bleibenden Nester gingen auf homosexuelle Paare zurück. Zusätzlich zogen aber auch die mit Methylquecksilber gefütterten Weibchen etwa ein Drittel weniger Junge auf. Wie die organische Quecksilberverbindung das Verhalten beeinflusst, ist noch unklar. Andere Studien hatten aber gezeigt, dass sich bei Methylquecksilber ausgesetzten Ibissen die Konzentrationen von Testosteron und Östrogenen ändern. (af)

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