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Tumorausbreitung: MicroRNAs verhindern Metastasenbildung bei Brustkrebs

MicroRNAs hemmen die Invasion von Brustkrebszellen in Lunge und Knochen. Fehlen mehrere dieser körpereigenen, kleinen RNA-Moleküle, so entstehen dagegen besonders aggressive Tumoren der Brustdrüse. Dies stellten Forscher am Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York fest. Brustkrebszellen, deren Mangel an MicroRNAs die Wissenschaftler gentechnisch beseitigt hatten, bildeten in Mäuse implantiert keine Metastasen mehr.

Das Team um Joan Massagué identifizierte zudem einige der Gene, die von den MicroRNAs gehemmt werden. Schalteten die Krebsforscher einzelne dieser Gene gezielt aus, bremste dies das invasive Verhalten der Zellen. Patienten, deren Metastasierungsgene in den Brusttumoren stark exprimiert wurden, entwickelten umgekehrt sehr viel wahrscheinlicher Metastasen.

MicroRNAs sind kurzkettige Ribonukleinsäuren aus etwa 20 Nukleotid-Bausteinen. Sie regulieren zahlreiche Vorgänge in Zellen, etwa indem sie in die Übersetzung von Boten-RNA in Protein eingreifen. Erst vor kurzem war der Mangel an speziellen MicroRNAs als Kennzeichen maligner Zellen erkannt worden.

Die Metastasenbildung ist für die meisten Todesfälle bei Brustkrebs-Erkrankungen verantwortlich. Deshalb erforschen Wissenschaftler die biologischen Mechanismen, die es malignen Zellen ermöglichen, den Primärtumor zu verlassen, in die Blutbahn einzudringen, sich an bevorzugten Stellen im Körper anzusiedeln und dort weiterzuvermehren. Insbesondere suchen sie nach Merkmalen, durch die sich metastasierende von nicht invasiven, weniger bösartigen Krebszellen unterscheiden. Derartige Unterschiede können bei der Diagnose einer Krebserkrankung dazu dienen, das Risiko einer Tumorabsiedlung abzuschätzen und die geeignete Therapie einzuleiten. (pm)

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