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Neue Wirkstoffe: Migränemedikament gegen Hepatitis C

Bekannte Wirkstoffe eröffnen neue Perspektiven für eine kostengünstige Behandlung von Hepatitis C.
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Der Wirkstoff Flunarizin, ursprünglich ein Medikament, das Ionenkanäle blockiert und so die Symptome von Migräne mildert, wirkt auch gegen einen Subtypen des Hepatitis-C-Virus (HCV). Das ergaben Versuchsreihen mit 23 bereits gegen andere Leiden zugelassenen Pharmazeutika, die eine Arbeitsgruppe vom Forschungszentrum TWINCORE unter der Leitung von Thomas Pietschmann durchführte. Der Wissenschaftler sucht kostengünstige Alternativen zu den bisherigen, sehr teuren Therapien für die Infektion. Flunarizin verhindert, dass die Viruspartikel mit der Wirtszelle verschmelzen und unterbindet so die Ausbreitung des HCV-Genotyp 2, chemisch mit Flunarizin verwandte Substanzen zeigten ähnliche Wirkungen auch gegen andere Subtypen.

Obwohl das Medikament bisher nur gegen einen von sieben HCV-Genotypen wirkt, sieht das Team von Pietschmann in dem Befund eine aussichtsreiche Forschungsrichtung. Nicht nur haben sie eine neue Wirkstoffklasse gegen den Erreger nutzbar gemacht, dass der Wirkstoff so spezifisch ist, erlaubt auch weit reichende Schlussfolgerungen über den Wirkmechanismus. Demnach sind die Glycoproteine E1 und E2 an der Oberfläche des Virus die Zielstrukturen der neuen Substanzklasse – sie vermitteln die Bildung des Erregers an die Wirtszelle. Spezifische Mutationen in den Genen für diese Makromoleküle wiederum vermitteln Immunität gegen alle diese Substanzen und geben außerdem Hinweise für die weitere Medikamentenentwicklung. Entsprechend sehen die Forscher Flunarizin bereits jetzt als aussichtsreiche Komponente kostengünstiger HCV-Bekämpfung.

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