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News: Millennium Bug in Australien gefunden

Alle haben ihn erwartet und befürchtet, eingetroffen ist er anscheinend dennoch nicht: der Millennium Bug. Nun haben australische Insektenkundler ihn schließlich doch entdeckt. Er ist bis zu zwei Millimeter groß und gehört zu den kleinen Wasserläufern. Diese für die Entomologie neue Gattung von Wanzen umfaßt vier Arten und soll helfen, die Güte australischer Süßwasserläufe zu überwachen.
Das ist der Moment, auf den die Welt gewartet hat: Insektenkundler des Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) in Australien haben die Entdeckung des real Millennium Bug verkündet. Der Leiter der Australian National Insect Collection, Ebbe Nielsen, berichtete, es handle sich dabei um einen kleinen Wasserläufer, der für Computer natürlich ungefährlich sei, da er sich von Fliegen und nicht von Dateien ernähre.

Die Wissenschaftler fanden das Insekt bisher an nur acht Orten in Bergbächen in Südostqueensland und New South Wales. Es lebt auf der Oberfläche ruhiger Süßwasserläufe und lauert dort kleinen Insekten auf oder ernährt sich von Aas. Der bis zu zwei Millimeter große Räuber ist entomologisch eine Wanze und stellt eine neue Gattung dar, die zur Familie der Veliidae (Wasserschneider) gehört. Die Ergebnisse der Untersuchung werden demnächst im Australian Journal Invertebrate Taxonomy vorgestellt.

Zwar ist der Name der Jahrtausend-Wanze bisher nicht amtlich, da er noch die Prozeduren der wissenschaftlichen Namensgebung durchlaufen muß. Doch sowohl die allgemeine als auch die wissenschaftliche Bezeichnung soll nach Vorstellung der Entdecker Millennium Bug lauten.

"Insekten sind sehr feine Indikatoren für die biologische Gesundheit einer Umgebung", sagte Nielsen. "Unser Ziel ist es deshalb, die verschiedenen Arten kleiner Wasserläufer zu identifizieren, um dann genau zu wissen, was sie uns über die Güte der Gewässer sagen können."

Wanzen der Familie Veliidae finden sich häufig in tropischen und subtropischen Regionen sowie auf vielen Inseln. Die neu gefundene Gattung umfaßt bisher vier Arten, von denen drei nach Angaben der Wissenschaftler bisher unbekannt waren. Nielsen sagte, der Fund sei ein erneuter Hinweis darauf, in wie weit der Artenreichtum Australiens noch um die Jahrtausendwende unerforscht sei. "Bisher haben wir weniger als ein Drittel der Insektenarten dieses Kontinents wissenschaftlich beschrieben", sagte Nielsen. "Wir stehen mit der Erkundung Australiens noch ziemlich am Anfang."

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