Direkt zum Inhalt

Astronomie: Millionen erdähnlicher Planeten

Wie viele lebensfreundliche Welten gibt es in unserer Galaxie? Die Legende unter den Exoplaneten-Teleskopen hat nun ihre finale Schätzung vorgelegt.
Astronomen haben schon zahlreiche Exoplaneten aufgespürt, aber noch keine zweite Erde.

In der Milchstraße könnte es hunderte Millionen Felsplaneten geben, auf denen Leben eine Chance hätte. Das ist das Fazit der Wissenschaftler hinter dem berühmten Kepler-Weltraumteleskop, das zwischen 2009 und 2018 gezielt nach Exoplaneten suchte.

Kepler starrte jahrelang auf gut 150 000 Sterne in einem kleinen Himmelsausschnitt im Sternbild Schwan und fand dort Hinweise auf tausende Planeten. Meist waren es Welten, auf deren Oberfläche es entweder sehr kalt oder sehr warm ist, so dass Wasser gefrieren oder verdampfen würde. Einige Dutzend der aufgespürten Exoplaneten treiben hingegen in der »habitablen Zone« um ihren Mutterstern, in der lauwarme Temperaturen vorherrschen müssten – die Voraussetzung für flüssiges Wasser und Leben, wie wir es von der Erde kennen.

Weltraumteleskop Kepler | Von 2009 bis 2018 suchte das Weltraumteleskop Kepler auf einer Umlaufbahn um die Sonne nach extrasolaren Planeten.

Das Hauptziel der Kepler-Mission war, diese Stichprobe auf die gesamte Milchstraße mit ihren mindestens hundert Milliarden Sternen hochzurechnen. Immer wieder haben Forscher dazu vorläufige Schätzungen vorgelegt. Laut ihnen geht die Gesamtzahl der Felsplaneten in einer habitablen Zone in die Millionen, wenn nicht sogar in die Milliarden.

Diesen Trend bestätigt nun auch das Kepler-Team in einer Endauswertung der Mission: Je nachdem, wie weit man die habitable Zone fasse, treibe um 37 bis 88 Prozent der sonnenähnlichen Sterne ein Planet, der grob mit unserer Erde vergleichbar ist. Die statistisch bedingten Unsicherheiten sind jedoch beträchtlich, räumt das Team ein: So ist ebenfalls eine Häufigkeit von nur sieben Prozent mit den Daten kompatibel. In diesem Fall käme man allerdings immer noch auf mehr als hundert Millionen potenziell lebensfreundlicher Felskugeln im Orbit von sonnenverwandten Sternen der Spektralklassen G und K.

Eigentlich sollte Kepler die Zahl deutlich genauer eingrenzen können, doch die Forscher hatten mehrfach Pech: Zum einen waren die Sterne im Blickfeld des Teleskops wesentlich unruhiger als gedacht, was es erschwerte, von vorüberziehenden Planeten ausgelöste Verdunklungen eindeutig zu identifizieren. Zum anderen gingen binnen der ersten vier Missionsjahre zwei der Steuerungsräder des Teleskops kaputt, weshalb Kepler die von den Planern auserkorene Himmelsregion nicht mehr dauerhaft im Blick behalten konnte.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte