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Schwarze Löcher: Mini-Quasar mit großer Gasblase

schwarzes loch
Schwarzes Loch in einem Doppelsternsystem (künstlerische Darstellung) | Ein Schwarzes Loch (rechts) zieht Masse von einem Stern an sich und schleudert einen Teil davon als energiereiche Teilchenströme (Jets) wieder fort.
Die Galaxie NGC 7793 liegt rund zwölf Millionen Lichtjahre entfernt von der Erde im Sternbild Bildhauer. In ihr verbirgt sich eine wahre Energieschleuder: Ein Forscherteam um Manfred Pakull von der Universität Straßburg entdeckte dort einen Mikroquasar, der riesige Mengen an Energie in Form von Teilchenströmen, den Jets, ausstößt. Diese sind um ein Vielfaches energiereicher als diejenigen von bisher bekannten Mikroquasaren. Für die Messungen nutzten die Astronomen das Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile, sowie das NASA-Röntgenteleskop Chandra.

Mikroquasare sind Doppelsterne, bei denen ein stellares Schwarzes Loch mit nur wenigen Sonnenmassen um einen anderen Stern kreist. Damit sind sie Miniaturversionen von Quasaren, in denen extrem massereiche Schwarze Löcher für den gigantischen Energieausstoß sorgen. Egal ob Quasar oder Mikroquasar: Wenn ein Schwarzes Loch Masse von einem Begleiterstern an sich zieht, bildet sich eine rotierende Scheibe um das Schwarze Loch, eine so genannte Akkretionsscheibe. Ein Teil der Materie wird dabei senkrecht zu der Akkretionsscheibe fortgeschleudert. Treffen diese Jets aus rasenden Teilchen auf das interstellare Gas in der Umgebung, so heizt sich das Gas auf und dehnt sich aus.

Die Gasblase, die den Mikroquasar in NGC 7793 umgibt, dehnt sich mit einer Geschwindigkeit von fast einer Million Kilometern pro Stunde aus. Die Blase besitzt einen Durchmesser von 1000 Lichtjahren – doppelt so viel wie bei anderen Mikroquasaren. Aus den Beobachtungen schließen die Forscher, dass die Jets schon mindestens seit 200 000 Jahren aktiv sind.

Manuela Kuhar

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